Jahrgang 
1897
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dem hat er zu dem Schulprogramm Herbſt 1875 die wiſſenſchaftliche Abhandlung geſchrieben:Über die fränkiſchen Hausmeier, und ebenſo zu dem Schulprogramm Oſtern 1887:Über die Ent⸗ wickelung und den Verlauf der Geſchichte der fünf deutſchen Herzogtümer.

Die durch ſeine Beförderung frei gewordene Oberlehrerſtelle erhielt der bisherige Hilfslehrer Theodor Becker. Gleichzeitig wurde der Hilfslehrer Schlitt, der 9 Jahre lang an unſerer Anſtalt mit Treue und gutem Erfolge gewirkt hatte, an das ſtaatliche Gymnaſium zu Hanau über⸗ nommen. In die beiden erledigten Hilfslehrerſtellen traten mit Beginn des Sommerſemeſters die Kandidaten Heun und Brunzel ein. Über ihren Lebensgang diene folgende Notiz:

Johann Bernhard Heun, geboren am 13. Februar 1866 in Niederbrechen, beſuchte das Gymnaſium in Hadamar von Herbſt 1881 bis Oſtern 1886, ſtudierte an der Univerſität zu Würzburg und der Akademie zu Münſter von Oſtern 1886 bis Herbſt 1890, legte das Staatsexamen im Frühjahr 1892 ab, abſolvierte das pädagogiſche Seminarjahr am Gymnaſium in Wiesbaden von Oſtern 1892 bis Oſtern 1893 und das Probejahr am ſtädtiſchen Gymnaſium zu Frankfurt a. M. von Oſtern 1893 bis Oſtern 1894. Von dieſer Zeit ab war er in Frankfurt a. M. und Oberlahnſtein als Privatlehrer thätig, bis er im Frühjahr 1896 hierher berufen wurde.

Alois Brunzel, geboren zu Groß⸗Glogau, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und das zu Sagan, bezog von Herbſt 1883 ab die Univerſitäten zu Breslau und Marburg und legte im Frühjahr 1889 die Staatsprüfung ab, abſolvierte von Oſtern 1889 bis Oſtern 1890 das pädagogiſche Probejahr auf der Wöhlerſchule zu Frankfurt a. M. und fand dort als unbeſoldeter Hilfslehrer weitere Beſchäftigung, bis er im Frühjahr 1896 in unſer Lehrerkollegium eintrat.

Die Pfingſtferien dauerten vom 23. Mai bis 1. Juni.

Am 7. Juli machten ſämtliche Klaſſen des Gymnaſiums die übliche Turnfahrt.

Die Reifeprüfung für den Herbſttermin fand am 12. Auguſt unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrats Dr. Paehler ſtatt. Alle 4 Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife.

Am 13. Auguſt wurde das 25jährige Beſtehen des Gymnaſiums durch ein Feſt gefeiert, zu dem die früheren Lehrer und Schüler der Anſtalt ſowie die Bewohner der Stadt Montabaur einge⸗ laden waren. Die Feier verlief in der angenehmſten Weiſe; die Beteiligung an derſelben war recht groß, namentlich hatten ſich ungefähr 200 frühere Schüler der Anſtalt eingefunden und gaben wiederholt durch unzweideutige Beweiſe kund, daß ſie noch immer mit ganzer Seele an unſerer Schule hangen. Mit großer Freude wurde es allſeitig begrüßt, daß auch der erſte Direktor unſeres Gymnaſiums, deſſen umſichtiger und glücklicher Leitung unſere Schule ihre raſche Entwickelung und Blüte an erſter Stelle zu verdanken hat, der jetzige Provinzial⸗Schulrat Dr. Paehler, der Einladung folge gegeben hatte.

Die Herbſtferien nahmen am 14. Auguſt ihren Anfang.

Am 8. September beehrte der Herr Oberpräſident der Provinz, Excellenz Magdeburg, als er am 7. und 8. September in dem Unterweſterwaldkreiſe verweilte, auch unſer Gymnaſium mit ſeinem Beſuche. Er ließ ſich zunächſt die anweſenden Mitglieder des Lehrerkollegiums durch den Unterzeich⸗ neten vorſtellen, beſichtigte ſodann den Neubau des Gymnaſiums ſowie beſonders die neuen Schulbänke und unſere wertvolle Schmetterlingsſammlung nebſt den indiſchen Vogelbälgen und ſprach ſich über das Geſehene anerkennend aus.

Am 10. September nahm eine Deputation des Lehrerkollegiums an der Begräbnisfeier des plötzlich verſchiedenen Direktors des Realprogymnaſiums in Limburg a. d. Lahn, Herrn Haas, teil und legte am Grabe des Verblichenen einen Kranz nieder.

Mit dem Beginne des Winterſemeſters bezog unſere Schule ihre neuen Räume. Um nänlich den oft empfundenen Mangel an Raum in dem alten Gymnaſialgebäude zu heben, hatten die ſtädtiſchen