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Caſſel, 9. Febr. Hinſichtlich der Feier des 100jährigen Geburtstages Seiner Majeſtät des Hochſeligen Kaiſers Wilhelm des Großen wird folgendes beſtimmt: 1) Die Schüler ſind rechtzeitig auf die am 21. März d. Is. ſtattfindende kirchliche Feier hinzuweiſen und aufzufordern, dem Gottes⸗ dienſte an dieſem Tage beizuwohnen, 2) die Schulfeier am 22. März d. Is. iſt in derſelben Weiſe vorzunehmen wie die regelmäßige Feier des Geburtstages Seiner Majeſtät des regierenden Kaiſers und Königs, 3) am 23. März d. Is. iſt der Unterricht gleichfalls auszuſetzen, damit Lehrer und Schüler Gelegenheit erhalten, Ausflüge zu veranſtalten oder ſich an volkstümlichen Feſten zu beteiligen.
Caſſel, 17. Februar. Die weiteren durch den Thronwechſel im Herzogtum Sachſen⸗Coburg und Gotha bedingten Änderungen in der Titulatur werden mitgeteilt.
Caſſel, 8. März. Es werden vom Königl. Provinzial⸗Schulkollegium 30 Exemplare des Facſimiledruckes der vom hochſeligen Kaiſer Wilhelm J. genommenen Abſchrift des Nikolaus Becker'ſchen Rheinliedes zur Verteilung an die Schüler bei Gelegenheit der Centenarfeier überſandt.
Caſſel, 15. März. In die Abgangszeugniſſe derjenigen Unterſekundaner, welche die Anſtalt ohne das Zeugnis der Reife für die Oberſekunda verlaſſen, ſoll eine Bemerkung darüber aufgenommen werden, ob und wie oft der Betreffende ohne Erfolg in die Abſchlußprüfung eingetreten war.
III. Chronik der Schule.
Das neue Schuljahr begann am 14. April. An dieſem Tage wurden auch die neu ange⸗ meldeten Schüler, die nicht von einer berechtigten Anſtalt kamen, einer Prüfung unterzogen. Es wurden 53 Schüler neu aufgenommen.
Am 15. April wurde der Unterzeichnete in das Direktorat des Gymnaſiums eingeführt. Der bisherige Direktor Dr. Bernhard Werneke war nämlich mit Genehmigung des Herrn Miniſters der geiſtlichen pp. Angelegenheiten zum 1. April 1896 in den von ihm erbetenen Ruheſtand verſetzt. Er hat ſeit Herbſt 1874, alſo 21 ½ Jahre lang, unſere Anſtalt geleitet und es verſtanden, unſere Schule in voller Blüte zu erhalten und ihren Namen weit und breit bekannt und geachtet zu machen. Die Hochachtung und Danklkarkeit der ſtädtiſchen Behörden, des Lehrerkollegiums ſowie weiter Kreiſe der Bürger unſerer Stadt hat ſich bei dem ihm zu Ehren begangenen Abſchiedsfeſte zur Genüge be⸗ kundet. Die Stadt Montabaur ernannte ihn zum Ehrenbürger, und ſtaatlicherſeits wurde ihm in Anerkennung ſeiner langjährigen treu und gewiſſenhaft geleiſteten Dienſte der Rote Adlerorden 3. Klaſſe mit der Schleife verliehen.
Die feierliche Einführung des Unterzeichneten, der am 16. Januar 1896 von dem Kuratorium zum Direktor des Gymnaſiums gewählt und am 5. Februar von Seiner Majeſtät dem Kaiſer und Könige als ſolcher beſtätigt worden war, fand am 15. April 1896 durch den Königlichen Kommiſſar, Herrn Provinzial⸗Schulrat Dr. Paehler, im großen Rathausſaale in Gegenwart der Schüler, des Lehrerkollegiums, des Kuratoriums und zahlreicher Bürger ſtatt.
Nach einem einleitenden Geſange ergriff Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Paehler das Wort. Er ſpricht zunächſt mit Anerkennung über die langjährige Thätigkeit des abgegangenen Direktors Dr. Werneke, dem die Königliche Staatsregierung die erbetene Verſetzung in den wohlverdienten Ruheſtand in ehrenvollſter Weiſe gewährt habe. Dann geht er zur Geſchichte der Anſtalt über, deren erſter Leiter er ſelbſt geweſen iſt. Er zeigt, wie in Montabaur anſtelle des im Jahre 1817 aufge⸗ hobenen Gymnaſiums eine naſſauiſche Realſchule gegründet, wie dieſe unter Überwindung unzähliger Schwierigkeiten und Hinderniſſe ſeit Herbſt 1868 in ein preußiſches Progymnaſium umgewandelt wurde, das ſchon am 14. Auguſt 1871 zum Gymnaſium erhoben ward. Dem neuen Gymnaſium ſei


