Jahrgang 
1897
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7. Engliſch. Geleſen wurde Shakſpere: The Merchant of Venice mit anſchließenden Sprechübungen. Wiederholung und Ergänzung der Formenlehre, einige wichtigere Regeln der Syntax mit mündlichen und ſchriftlichen Überſetzungen aus dem Elementarbuch von Ritter und Friedrich. Einige Gedichte wurden auswendig gelernt. 2 St. Dr. Marx.

8. Geſchichte und Erdkunde. Die wichtigſten Begebenheiten vom Ende des 30jährigen Krieges, insbeſondere der brandenburgiſch⸗preußiſchen Geſchichte, bis zir Neuzeit. Geſchichtliche Vor⸗ träge. 3 St. Der Direktor.

9. Mathematik. Der binomiſche Lehrſatz für ganze poſitive Exponenten. Der Abſchluß der Stereometrie. Der Coordinatenbegriff und einige Grundlehren von den Kegelſchnitten. Repe⸗ titionen und Aufgaben aus allen Gebieten. Focke und Kraß. Heis 4 St. Prüfungsaufgaben: Herbſt 1896: 1) X(3 X 4 y) y(3 xX 2 y)= 0; 9X 2+ 3 xXUy+ 7 y²2= 49. 2) Ein Dreieck zu konſtruieren aus der Höhe ha und den Abſchnitten u und v, in welche die Seite a durch die Halbierungslinie des X αᷣ getheilt wird. 3) Ein Kreis mit dem Radius r= 5 em iſt durch eine s8 em lange Sehne geteilt. Den Inhalt des kleineren Abſchnitts zu berechnen. 4) Den Inhalt einer regelmäßigen vierſeitigen Pyramide zu berechnen aus der Oberfläche o= 10 qm und dem Neigungswinkel der Seitenflächen gegen die Grundfläche«= 50⁰. Oſtern 1897: 1) In dem Dreieck ABC liegen die Eckpunkte B und C feſt, während ſich A ſo bewegt, daß ſtets AB: AC= 2: 1 iſt. Den geometriſchen Ort für den Punkt A mit Hülfe der analytiſchen Geometrie zu finden. 2) Ein Dreieck zu konſtruieren aus o, 0a, b. 3) Dasſelbe Dreieck zu berechnen aus= 9, 9a= 90, b= 52. 4) Eine aufrechtſtehende regelmäßige Pyramide iſt durch eine zur Grundfläche parallele Ebene durchſchnitten. Beide Teile haben gleiche Oberfläche, während der Inhalt des oberen Teiles doppelt ſo groß iſt als der Inhalt des unteren. Man berechne den Neigungswinkel der Seitenflächen gegen die Grundfläche.

Phyſik. Optik. Mathematiſche Erdkunde. Koppe. 2 St. Maßfeller.

uUnterprima. Ordinarius: Prof. Dr. Lückenbach.

1. Religionslehre. a) Katholiſche: Aus der Kirchengeſchichte. Die Neuzeit. Aus der Glaubenslehre: Die Lehre von Gott, der Schöpfung, der Heiligung und Vollendung. Erklärung von Hymnen und Pſalmen. 2 St. Dr. Kilian. b) Evangeliſche: Komb. mit Oberprima.

2. Deutſch. Litteraturgeſchichte nach dem Hilfsbuche von Herbſt, namentlich Klopſtock und Leſſing. Geleſen wurden: Ausgewählte Oden Klopſtocks und Abſchnitte aus dem Meſſias, Leſſings Laokoon, Gedichte aus Schillers und Goethes Gedankenlyrik, Goethes Iphigenie auf Tauris, proſaiſche Leſeſtücke aus Buſchmann. Auffatzthemata: 1) Warum empfinden wir beim Untergange Wallenſteins trotz ſeiner Schuld dennoch Mitleid? 2) Friſch gewagt iſt halb gewonnen. 3) Labor non onus, sed beneficium. 4) Warum leſen wir die Germania des Tazitus? 5) Mit welchem Recht ſagt Tazitus: Argentum et aurum propitüve an irati di Germanis negaverint dubito? 6) Das Glück eine Klippe, das Unglück eine Schule. 7) Kann uns zum Vaterland die Fremde werden? 8) Worin iſt die Vorliebe des Deutſchen für den Rhein begründet? Außerdem kleinere Arbeiten und Dispoſitions⸗ übungen ſowie freie Vorträge der Schüler. 3 St. Dr. Lückenbach.

3. Latein. Geleſen wurde: Horaz: Oden Buch I und II, teilweiſe memoriert; Tacitus: Germania und Historiae IV und V; Cicero: Oratio pro lege Manilia u. Epistolae selectae.