Jahrgang 
1914
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Am Tag vorher hielt Herr Kreisarzt Dr. Best aus Schotten unsern Abiturienten den vorgeschrie- benen Vortrag über die gesundheitlichen Gefahren des akademischen Lebens, wofür ihm auch an dieser Stelle unser wärmster Dank ausgesprochen sei. Am 4. April 1913 bestand an unsrer An- stalt Herr stud. theol. Franz Kleberger aus Darmstadt, am 15. September 1913 Herr stud. theol. Wilhelm Wetz aus Framersheim, am 17. Januar 1914 Herr stud. theol. Hermann Scheel aus Rup- pertsburg die Reifeprüfung in der hebräischen Sprache. Sämtliche Prüfungen fanden unter dem Vorsitz des Direktors statt.

4. Schulfeierlichkeiten. Das 25jährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers wurde am 17. Juni 1913 durch eine Feier im Kreise der Schule begangen, bei der Herr Professor Dr. Zimmermann ein Bild der Persönlichkeit und der Tätigkeit unseres Kaisers sowie der Entwicklung Deutschlands unter seiner Regierung entwarf. Am 23 Juni. dem Geburtstag des verstorbenen Grafen Friedrich xu Solms-Laubach, wurde das Denkmal des Gründers unserer Anstalt von den Schülern der beiden untersten Klassen in üblicher Weise mit einem Kranz aus Feldblumen geschmückt. Eine gemeinsame Jahrhundertfeier der Befreiungskriege wurde von den Schulen und Vereinen sowie der ganzen Bürgerschaft unserer Stadt Sonntag, den 31. August, auf dem Platz vor der städtischen Turnhalle veranstaltet. Die Festrede hielt Herr Pfarrer Volp. Das Gymnasium beteiligte sich an dem Zug durch die Stadt und führte auf dem Festplatz Frei-, Stab- und Geräteübungen vor. Auch führten Schüler des Gymnasiums rings um die Stadt einen Eil- botenlauf aus, bei dem sie eine Strecke von 4600 Metern in nicht ganz zwölf Minuten zurück- legten. Eine besondere Ueberraschung bereitete diese Veranstaltung den Festteilnehmern durch eine von den Eilboten dem Direktor des Gymnasiums überbrachte und von diesem verlesene Ur- kunde, durch die das Gräfliche Haus Solms-Laubach, Seine Erlaucht Graf Wilhelm zu Solms- Laubach und einige weitere Spender zur bleibenden Erinnerung an die Jahrhundertfeier und an die großen Taten der Befreiungskriege den Betrag von 500 Mark stifteten, der zur Beschaffung eines Turn- und Spielplatzes für die gesamte schulpflichtige und schulentlassene Jugend Laubachs verwendet werden soll. Es steht zu hoffen, daß diese dankenswerte Absicht in allernächster Zeit verwirklicht werden kann. Da die Feier des Sedanfestes mit der Jahrhundertfeier verbunden worden war, fiel am 2. September lediglich der Unterricht aus. Nach der allgemeinen Feier des 31. August konnte der hundertsten Wiederkehr des Tages der Völkerschlacht bei Leipzig nur im Kreise der Lehrer und Schüler gedacht werden, wobei Herr Professor Franx die Festrede hielt. Ebenso wurde der Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs am 24. November durch einen Festaktus im engeren Kreis der Schule gefeiert; Herr Professor Buæmann entwarf dabei ein Lebensbild der Großherzogin Alice. Dagegen konnten wir zur Vorfeier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers am 26. Januar 1914 wieder einen öffentlichen Aktus im Saal desSolmser Hofes abhalten. Die Festrede, die zum Gegenstand die deutsche Kaisersage hatte, hielt Herr Oberlehrer Wassem.

5. Turnen, Spiele und Wanderungen. Neben dem lehrplanmäßigen Turnunterricht widmete sich ein Schüler-Turnverein der Pflege der Leibesübungen. Er turnte während des ganzen Jahres wöchentlich zweimal je eine Stunde und zählte während des Sommer- und Winterhalbjahres je 19 Mitglieder. Einen Spielnachmittag einzurichten war wegen des Fehlens eines geeigneten Spielplatzes bisher nicht möglich. Aus dem gleichen Grund hat sich auch der früher bestehende Fußballklub aufgelöst. Ein Schauturnen veranstalteten wir bei der Jahrhundertfeier am 31. August. Am 22. April, 8. Juli, 25. Oktober, 8. Dezember und 18. März fanden während der drei letzten Vormittagsstunden Schulspaziergänge in der näheren Umgebung statt, am 14. Januar gemein- samer Besuch der Schlittschuh- und Rodelbahn. Am 29. Mai unternahmen wir unsern Tages- ausflug, der die meisten Klassen nach schönen Punkten des Vogelsbergs, der Wetterau und des Taunus führte. Die Untersekunda wanderte am 28, und 29. Mai anderthalb Tage nach Schloß Waldeck und der Edertalsperre, die Obersekunda an denselben Tagen durch das Lahntal nach Limburg, und die Oberprima fuhr am Nachmittag des 28. Mai nach Aschaffenburg, um von dort an den beiden folgenden Tagen den Spessart zu durchwandern. Eine Ortsgruppe des Wander- vogels mit 13 Eingetragenen veranstaltete drei eintägige Wanderungen und eine anderthalbtägige. Zum Schlittschuhlaufen, Rodeln und Skilaufen bot der Winter reichliche Gelegenheit, die von unsern Schülern eifrig benutzt wurde. Dem Mangel eines Schwimmbades, der von unsern Schülern sehr empfunden wird, konnte leider bisher noch nicht abgeholfen werden.