regung auf, gab sie an die Klassen weiter, und eine Reihe schöner Morgenfeiern ist bereits heute ihr Erfolg. Selbst die kleinen Quintaner ließen es sich nicht nehmen, ihren großen Mitschülern etwas Schönes vorzuführen.
In den ersten Situngen des Schülerausschusses wurde auch sofort mit den Vorarbeiten für das Sommerfest begonnen. Eine sportliche Durch- prüfung aller Mitschüler sollte einem Fest im Stadthallengarten vorangehen. Wie gründlich alles vorbereitet wurde, wie wertvoll es war, durch ausführliche Besprechungen in der großen
Schulgemeinde den Vorbereitungen eine brei- tere Grundlage zu geben, zeigte der Erfolg.
uch zur Verwaltung von Schüler- und Hilfs- bücherei, der Kartensammlungen, zur Reinigung und Instandhaltung der naturwissenschaftlichen Sammlungen, zur Verteilung verbilligter Eintritts- karten in die hiesigen Theater und anderen Auf- gaben wurden die Schüler der Oberstufe heran- gezogen. Alle haben mit Fleiß und einem hohen Grad von Verantwortungsgefühl ihre Aufgaben durchgeführtf und gezeigt, daß die Schülerselbst- verwaltung ihre Berechtigung hat, daß sie im Rahmen der Schule zu selbstverantwortlichen Menschen zu erziehen vermag.
Schulsport und Schülervereine.
Auch in diesem jahre war die Vereinstãtigkeit lecht rege. Ueber den Schulsport und die Betäti- gung des Turn-Ruder-Vereins wurde auf Seite 17 und 18 berichtet.
Die V. D. A.-Schulgruppe warb unter ihrem neuen Leiter Zipper UIb zahlreiche neue Mitglieder. Wie im vorigen jahr beteiligten sich wieder 10 Schüller an der Pfingstfahrt des V. D. A. nach Kiel. Sie kehrten begeistert von dort zurück und gaben ihre Eindrücke und Erlebnisse in einer einstündi- gen Morgenfeier ihren Kameraden wieder. Für Unterhaltung und gleichzeitig für das Wachhal- ten des V. D. A.-Gedankens hielt die Schulgruppe ihren Mitgliedern Zeitfschriften und Lesehefte.
Die V. D. A.-Tagung in Kiel 17. bis 27. Mai 1929. „Schleswig-Holstein meerumschlungen“: so klang es aus dem Sonderzuge, der am Freitag, den 17. Mai 1920 den Kasseler Hauptbahnhof verließ, um hunderte von Kasseler Jungen und Mädels nach Kiel, das für die V. D. A.-Tagung 1920 als Tagungs- ort ausersehen war, zu befördern. Auch die Schulgruppe des W.-G. war durch 7 Primaner und 3 Sekundaner, denen sich noch 3 Friedrichs- gymnasiasten anschlossen, unter Führung von Herrn Studienassessor Dr. Schrader vertreten. Den Höhepunkt der Tagung bildete am Pfingst- montag die Morgenfeier auf dem Marinesport- platz„Flandern“, der am Nachmittag ein endloser Festzug durch die Straßen Kiels folgte. Auch unsere Gruppe führte unter den häufigen Rufen: „mä huns, mä kuns, mä fahren uff d'r Fulle mil'n Stunz“, das Wahrzeichen unserer Stadt, den Kasseler Herkules, der Kieler Bevölkerung vor. Pfingstsonnabend und-Sonntag waren vornehm- lich ausgefüllt mit Rundgängen durch Kiel, Be- sichtigungen der Hafenanlagen, insbesondere der
beiden alfen Linienschiffe„Hessen“ und„Elsaß“ (13 000 l) und Boofsfahrten in der Kieler Förde. An die eigentliche Tagung, die, begünstigt durch das schönste Frühlingswetter, einen glän-— zenden Verlauf nahm und so allen Teilnehmern unvergessen bleiben wird, schlossen sich am Dienstag die Wanderungen der einzelnen V. D. X.- Oruppen durch die wundervolle Holsteinische Schweiz an. Todmüde kamen wir am Abend in unserm Kieler Quartier an, um bereits am andern Morgen um 8 Uhr zu einer Dampferfahrt nach Flensburg bereit zu sein. Vorbei an der Insel Alsen, durch die Flensburger Förde gelangten wir zu der nördlichsten Stadt unseres Vater-— landes. Die Festlichkeiften, die wir hier zusammen mit der Flensburger Jugend begingen, versinnbild- lichten am besten das starke Zusammengehörig- keitsgefühl, das uns alle mit unsern dortigen durch die Dänen in ihrem Deutschtum fortge- drängten Brüdern verbindet. Dieses Deutschtum zu festigen und in seiner Hoffnung an eine bes- sere deutsche Zulcunft zu stärken, sollte die wich- tigste Aufgabe dieser ganzen Tagung sein. Ab- gesehen von Rundgängen durch die Stadt und ihre Umgebung, ferner der Besichtigung der Marineschule Murwik, der Pflanzsfätte deutschen Seemannsgeistes, verbrachten alle Gruppen noch einen Tag auf Sylt, wohin wir am Donnerstag nach kurzer Eisenbahnfahrt, die uns auch über den neuen Hindenburgdamm führte, gelangten.
Mit dem Besuch in Flensburg hatte die Tagung ihr Ende gefunden. Am Sonnabend fuhren wir über Hamburg, das uns mit seinen ausgedehnten fiafenanlagen, seinen Galerien, seinem Tierpark und sonstigen Sehenswürdigkeiten noch den gan- zen Sonntfag in Anspruch nahm, in unsere Heimat- stadt Kassel. Hier kamen wir Montag abend nach


