Jahrgang 
1929
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jahre die Schüler der oberen Klassen die Lehrer in den Pausenaufsichten unterstütten, übernahm sie der Schülerausschuß im Berichtsjahr mehr und mehr selbsfändig. Die Ordnung wurde durch- geführt und hat sich so bewährt, daß sie im neuen Schuljahr duch auf den Schulhof über- tragen wird.

Eng in Verbindung mit der Ordnungsführung auf dem Schulgrundstück steht die Führung der unteren Klassen durch sogenannte Klassenführer. Es sind dies Primaner oder Obersekundaner, die zu einer von ihnen gewünschten Klasse der Kleinen als Leiter und Lenker gehõren, der Klasse Freund, dem Klassenlehrer Helfer sind.

Eine weitere Obliegenheit des Schüleraus- schusses ist die Ausgestaltung der Klassen- räume; es ist erfreulich, daß durch diese An- regung allein sich der Wunsch danach in ver- schiedenen Klassen selbst bemerkbar macht. Besonders eine Unterprima machte den Anfang dadurch, daß sie ihre Klasse mit Wechselrahmen ausstatfele und fortlaufend eine wechselnde Aus- stellung guter Bilder machte. Außerdem wurde ein phofographischer Wetftbewerb veranstaltet, zu dem Schüler aller Klassen Bilder konnten. Die preisgekrönten Bilder wurden aus- gestellt. Es ist zu hoffen, daß diese Bewegung sich weiter entwickelt.

einsenden.

Der neueste und bis jeßt lette Schriftt zur Aus- gestaltung der Klassenräume gehtf von den dies- jährigen Oberprimen aus: Die Bänke in der Klasse sind ungemütlich; viel zusammengehôriger fühlte man sich, säße man mif Lehrern und Mit- schülern um einen großen Tisch. Und dieser Plan wird ausgeführt. Die beiden Oberprimen bekommen zwei Klassenräume, von denen der eine mit Bänken in der bisherigen Form für Mathematik und ähnliche Stunden bleibt, der andere mit einem großen ovalen Tisch ausge- staitef ist, an dem die deutschen und fremd- sprachlichen Lekfürestunden abgehalten werden. Außerdem wird der Raum gebraucht für Sißungen des Schülerausschusses, für Zusammenkünfte der Schüler nachmittags(Arbeitsgemeinschaften usw.) und für Klassenabende.

Im Außenleben der Schule betätigte sich der Schülerausschuß haupisächlich dadurch, daß er die Ausgestaltung der Feste der Schule über- nahm und für gute Durchführung der Programme Sorge trug.

Man siehtf, der Schülerausschuß hatf ein reiches HPefätigungsfeld, auch wenn nicht immer große Angelegenheiten verhandelt werden. Die Schü- lerselbstverwaltung soll uns Schülern Gelegen- heit geben, in eigener Verwaltung selbstge- machten Gescten zu gçchorchen. Wir werden sie langsam wachsend immer weiter ausgestalten.

Schulsport und Schülervereine.

Das starke Anwachsen der Turn- und vor allem der Sportbewogung nach dem Kriege hat auch die höheren Schulen in seinen Bann ge-

zogen. Schon werden in Eltern- und Lehrer- kreisen Befürchtungen laut, unsere GCeistesbil- dung sei in Gefahr überwuchert zu werden. Ce- genüber beiden Strömungen sei unsere Ansicht kurz gekennzeichnet.

Getreu unserem antiken ldeal vom harmo- nischen Menschen pflegen wir Turnen und Sport, weil wir in ihrem körper- und charakterbildenden Gehalt ein wirksames Gegengewicht gegen allzu einseitige Verstandesbildung sehen. Von diesem Standpunkt aus müssen wir aber auch ebenso den Typus des Athleten schlechthin, des Nur- Turners, des Nur-Sportlers als einseifig, unhar- monisch ablehnen.

Freilich Gipfelleistungen müssen sein. Sie ent- sprechen dem jugendlichen Ehrgeiz und unge- stümen Vorwärtsdrängen und sind ein unschätz- barer Anreiz zur Nacheiferung für die Kameraden,

seines Könnens sich verpflichtet fühlt, seine

schwächeren Mitturner zu fôrdern.

Wertvoller aber als die Cipfelleistung ist für unsere Anstalt als Ganzes die grõößtmöõögliche Durchschniftsleistung der Klasse im allgemeinen, die möglichst gleichmäßige Ausbildung des Ein- zelnen und die Auslese und Entwicklung von Führerpersönlichkeiten.

Um dies Ziel zu erreichen, werden zwei Prü- fungen im Jahr durchgeführt, eine furnerische vor Ostern, eine sportfliche vor den Herbsiferien.

Grundlage für die Bewertung ist das Leistungs- buch von Adams, das probeweise in je einer Unter-, Mittel- und Oberklasse eingeführt wird. Gewertet wird bei der Turnprüfung nach Klassen, bei der Sportprüfung nach jahrgängen, wobei die Dunktzahl auf die Klassen umgerechnet wird. Die Siegerklasse erhält als Preis die Erlaubnis zu einer zweifägigen Wanderfahrt.

Der Turn-Ruder-Verein pflegte wie bisher im Sommer das Rudern, im Winter das Turnen. Auch

vor allem dann, wenn der Cipfelturner kraft in diesem Jahr konnte er schöne Erfolge ver-