Jahrgang 
1906
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samen Unterbaues aller höheren Lehranstalten, die zu näherem Studium aufs beste empfohlen werden kann. Hier kann es nur darauf ankommen, das Wesentlichste hervorzuheben.

Der für die Allgemeinheit wichtigste Vorzug der Reformschule(Frankfurter Systems) besteht sicherlich darin, dass sie für die drei Gattungen der höheren Schulen(Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule) einen gemeinsamen Unterbau von drei Klassen(VI, V, IV) besitzt, in denen nach dem Lehrplan der Oberrealschule(oder Realschule) unterrichtet, als einzige Fremdsprache, also Französisch, gelehrt wird Erst mit der UIII tritt die Gabelung ein, insofern die Oberrealschule(ihrem Lehrplan entsprechend) das Englische hinzufügt, während Gymnasium und Realgymnasium nun erst mit dem Lateinischen beginnen und in UII das Griechische bezw. Englische folgen lassen. Eine Vereinigung der beiden letzten Schularten lässt sich daher noch bis zur OIII einschliesslich ermöglichen und ist an einigen Schulen(wie in Hannover an der Leibnizschule und in Breslau an der Schule zum heiligen Geist) verwirklicht worden. Bei dem nur an Realgymnasien eingeführten Altonaer System bingegen beginnt das Englische bereits in IV, es nimmt also an dem geschilderten Vorzuge nur in beschränkterem Masse teil.

Die Wichtigkeit eines solchen gemeinsamen Unterbaues leuchtet ein, wenn man bedenkt, dass Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule wenn auch im ganzen gleich hohe, so doch im einzelnen ganz andersartige Ansprüche an das Interesse und die Fassungskraft ihrer Schüler stellen. Man ersieht dies leicht aus der folgenden Zusammenstellung, die angiebt, wie viel Wochenstunden die genannten Anstalten im Laufe des neunjährigen Kursus auf alte

Sprachen, neuere Sprachen(ausser Deutsch) und auf Mathematik und Naturwissenschaften verwenden.

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Alte Sprachen Neuere Sprachen Wlamemadt and Gymnasium....... 104 20 52 Realgymnasium alter Art.... 49 47 71 Oberrealschule....... 72 83

Diesen Zahlen gegenüber bedarf es keines näheren Nachweises, dass ein und derselbe Schüler je nach seinen besonderen Fäâhigkeiten und Neigungen sich auf den verschiedenen Schulen ganz verschieden entwickeln kann. Wie aber sollen die Eltern die für ihre Söhne passendste Schule herausfinden, wenn sie sich für eine Schulgattung(zum mindesten für Latein- schule oder lateinlose Schule, da Gymnasium und Realgymnasium noch bis IV einschliesslich zusammengehen) entscheiden müssen, bevor ihre Kinder vor ernstere Aufgaben gestellt worden sind und an ihnen ihre Kraft erprobt haben? Da ist es denn kein Wunder, dass bei dieser Auswahl Rücksichten, wie Standesvorurteile oder die von der eigenen Schulzeit herrührende Vorliebe für eine bestimmte Schulart zum Schaden der Prüfung eine grössere Rolle spielen als sachliche, durch die Natur des Kindes bedingte Erwägungen. Letztere sollten aber allein den Ausschlag geben und können es auch heutzutage, wo durch die Anerkennung der Gleichwertigkeit der drei Schulgattungen jeglicher Zwang fortgefallen ist. Der gemeinsame Unterbau gestattet den Eltern die Entscheidung über die endgültig zu wählende Schule noch drei Jahre über den Abschluss der elementaren Vorbildung hinauszuschieben, während welcher