3. Bericht über die Lehrer
Oberstudienrat Gaß wurde zum Leiter des neu gegründeten Bezirksseminars Kassel und Studienrat Dr. Heß zum Abteilungsleiter für Physik ernannt. Zu Beginn des neuen Schuljahres traten als Stu- dienräte in den Lehrkörper der Anstalt ein:
1. Studienrat Walter Drews vom Reform-Real- gymnasium in Hoyerswerda:),
2. Studienrat Dr. Ferdinand Hubert von der Oberrealschule in Emdenꝰ). Als Studienräte wurden gewählt:
3. Studienassessor Heinrich Hopf*) und
4. Studienassessor Dr. Erich Anhalt), die bis- her schon als Assessoren an der Schule tätig waren, und
5. Studienassessor Dr. Karl Waß?), bisher am Realgymnasium I in Kassel.
6. Anstelle des nach Chemnitz versetzten Zeichen- lehrers Böttcher wurde Studienrat Walde-
¹) Walter Drews, geboren 24. 2. 91, besuchte das staatl. GCymnasium zu Stargard, studierte in Göttingen, Berlin und Greifswald Naturwissenschaften. War von 1914.19 im Heeresdienst und dann als Studienassessor an der Bismardk-Oberrealschule in Stettin und als Studienrat am Reform-Real- gymnasium in Hoyerswerda.
2) Ferdinand Hubert, geboren 10. 12. 92 in Düsseldorf. besuchte die Ober- realschule in Barmen und studierte in Göttingen und Berlin Mathematik und Naturwissenschaften. Er war als Studienassessor an der Oberreal- schule in Göttingen und Emden und als planmäßiger Assistent am geo-physikali- schen Institut der Universität Göttingen tätig. Zum Studienrat wurde er am 1. 4. 26 für die Oberrealschule Emden gewählt.
3³) Heinrich Hopf, geboren 1. 3. 92 zu Wahlshausen(Kreis Ziegenhain), be- suchte das Gymnasium in Hersfeld und studierte in Halle und Cöttingen. Er war als Studienassessor am W. G., R. G. II und der O. R. II zu Kassel tätig.
4) Erich Anhalt, geboren 29. 7. 94 zu Schönberg in Mecklenburg, besuchte das Gymnasium in Diedenhofen und studierte in Straßburg i. E. und Mar- burg. Von 1914-19 war er im Heeresdienst. Als Studienassessor wirkte er am Lehrerseminar in Frankenberg, dem staatl. Gymnasium in Marburg und der O. R. II Kassel.
5) Karl Watz, geboren den 7. 3. 1900 zu Kleinaltenstädten(Kreis Wetzlar) besuchte das Realgymnasium in Gießen undstudierte dort Geschichte, Deutsch und Erdkunde. Als Studienassessor war er am R. G. I und der O: R. II Kassel tätig.
4. Bericht über die Schüler
Während des Berichtsjahres fertigte Studienrefe- rendar Dr. Taschner eine Zusammenstellung über die Herkunft und die Heimatverhältnisse der Schüler unserer Anstalt an. Aus ihr ergaben sich eine Reihe für die Arbeit und den Charakter der Schule wichtiger Tatsachen: Die Oberreal- schule II mit deutscher Oberschule i. E. kann als bodenständige Schule der Altstadt und des Weser- torviertels bezeichnet werden; denn 70% unserer Schüler wohnen in Stadtbezirken, die in unmittel- barer Nähe der Schule liegen.
97°,“ der Schüler gehören den mittleren und unte- ren Schichten der Bevölkerung an. Besonders auf- fallend ist die hohe Zahl der Kaufleute und selb- ständigen Gewerbetreibenden unter den Eltern
mar Ehrmann“ö) bisher an der Oberreal- schule in Weidenau a. Sieg gewählt, konnte aber erst zum 1. 4. 30. sein Amt antreten. Er mußte während des ganzen Schuljahres vertre- ten werden, und zwar durch die Schulamtsbe- werber Ludwig Groscurth, Hans Werner Matern und Walter Vaupel.
Die Studienassessoren Heinrich Roeser und Friedrich Gädeke schieden aus dem Lehr- körper aus und gingen zum R. G. I und O. R. I Kassel. Neu überwiesen wurde Studienassessor Dr. Utendörfer.
Als Studienreferendare traten in das Lehrerkol- legium ein die Herren: Dr. Richter, Dr. Stoeckicht, Dr. Schmidt und Dr. Blumen- thal für das zweite, die Herren Häuser, Roos, Dr. Balt, Dr. Kranz und Meyenschein für das erste Ausbildungsjahr. Stud. Ref. Dr. Richter bestand im Herbst, die Studienreferendare Dr. Stoeckicht und Dr. Schmidt zu Ostern ihre päda- gogische Prüfung.
An Fortbildungskursen und Tagungen nahmen teil die Studienräte Dr. Heß, Paul, Drews, Bohne, Hellmuth, Dr. Hubert an einem Kursus für wissenschaftliche Photographie; die Stu- dienräte Camphausen, Hopf, Dr. Anhalt sowie der Berichterstatter an einem Lehrgang des Zen- tralinstituts über anslandsdeutsches Schulwesen in Kassel; Studienrat Dr. Heß an der Tagung der deutschen physikalischen Gesellschaft in Kreuznach; Studienrat Bohne an einem Kursus zur Einfüh- rung in das arbeitskundliche Unterrichtsverfahren in Frankfurt(Main); Studienrat Dr. Watz an einem geschichtlichen Fortbildungskursus in Bad Sachsa; Studienassessor Dr. Petersen an einem Fortbil- dungskursus für französische Sprache in Paris sowie der Unterzeichnete an der amtlichen Direktoren- konferenz der Provinz Hessen-Nassau in Wiesbaden.
6) Waldemar Ehrmann, geboren 30. 9. 97 zu Hermannstadt in Siebenbürgen, besuchte die ev. Oberrealschule in Hermannstadt, studierte an der Kunst- gewerbeschule in Berlin und der dortigen staatlichen Kunstschule. Er war als Studienassessor an dem Reform-Realgymnasium in Hameln und der Oberrealschule in WeidenauSieg tätig. Am 1. 4. 28 wurde er zum Studien- rat an der O. R. Weidenau gewählt.
mit 28,3%, der Arbeiter mit 22%. Beide zusammen stellen 51%, das heißt mehr als die Hälfte der Schüler. In Kassel sind 62,9% Schüler geboren, in der Provinz Hessen-Nassau 17%.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im Schul- jahr 1929/30 im allgemeinen gut. Nur in den unteren Klassen war noch eine Reihe schlecht ernährter Kinder, die meist zur Erholungsfür- sorge vorgeschlagen und auch zum Teil von der Stadt oder Ferienkolonie in Erholungsheime geschickt wurden.
Im orthopädischen Turnen wurden etwa 25 Rücken- schwächlinge besonders geübt und beaufsichtigt, zum großen Teil mit recht gutem Erfolg.
11


