Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

42

Der Werkunferricht gestaltete sich in gleicher

Weise wie im Vorjahre. Es bestanden wieder zwei Kurse nebeneinander: einer für Holzbearbeitung, an dem vornehmlich ältere Schüler feilnahmen, und einer für Papparbeiten, an dem sich Schüler der MNittel- klassen beteiligten.

Mancherlei wurde gefertigt, das dem Lernenden ein sichfbarer Beweis seiner erlangten Fertigkeit war, mancherlei aber auch, das der Schule als Er- gänzung der Ausstattung dienen konnte.

Leibesübungen. Jede Klasse haffe wöchentlich zwei Turn- und zwei Spielstunden. Einige Klassen mußten zu Turn- bzw. Spielabteilungen zusammengeschlossen werden, sodaß insgesamt 18 Turn- und 9 Spiel- abtfeilungen vorhanden waren. Geturnt wurde in der Halle oder im Freien, je nach den Erfordernissen des Unterrichts oder des Wetters. Die Spielabteilungen übten auf den Sportplätzen am Waldauer Fußweg und ein Teil der Oberklassen in der Hessenkampf- bahn. Während des Winters trat Turnen an Stelle des Spiels, doch benutzten viele Klassen günstige Tage zum Spielen und Ueben im Freien.

3. Bericht über die Lehrer.

Aus dem Lehrerkollegium schied mit Beginn des neuen Schuljahres Studienassessor Dr. Bernhard Umbach aus, der dem hiesigen Wilhelmsgymnasium überwiesen wurde. Zwei Herren traten neu ins Kollegium ein: Studienrat Carl Dault) vom Stein- bartf-Realgymnasium in Duisburg und Studienrat Willi Hellmuth) von der Oberrealschule in Hanau. Beide waren durch die stadtischen Körperschaften gewählt und von der Behörde bestätigt. Ferner wurde Studienassessor Heinrich Röser von der Realschule in Bad Wildungen der Schule vom Pro- vinzial-Schulkollegium überwiesen.

Am 14. Mai wurde der neue Oberstudienrat un- serer Schule, Herr August Siebert, vom dem Unterzeichneten durch eine Feier in sein Amt ein- geführt. Oberstudienrat Siebert ist ein Schüler un- serer Schule und seit dem 24. April 1910 zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer, dann als Oberlehrer und Studienrat fätig. Er wurde im Laufe des Winter- halbjahrs 1927/28 von den städtischen Behörden ge- wählt und am 1. März 1928 vom Herrn Minister be- stätigt.

Zu Beginn der Herbstferien bestand der zur Aus- bildung überwiesene Studienreferendar

*) geb. am 21. 2. 91 in Magdeburg, besuchfe dort das König-Wilhelms-Gymnasium, studierfe in Jena und Halle Mathematik und Naturwissenschaften. Am 2. 8. 1914 als Kriegsfreiwilliger eingefreten, am 15. 12. 18 entlassen. Ostern 1920 als Studienrat am Steinbart- Realgvymnasium in Duisburg angestellt.

**) geb. am 23. 7. 91 zu Kassel, besuchte hier das Friedrichsgymnasium, studierte in Marburg und Leip- zig Mathematik und Naturwissenschaften. Vom 2. 8. 14 bis zum Ende Kriegsteilnehmer. Erwarb am 2. 7. 1920 die Lehrbefähigung in Mathematik, Physik und Chemie, ferner die für Turnen.

Wilhelm.

Schmidt seine pädagogische Prüfung und ging an die Sachsenhäuser Oberrealschule über. GCleich- zeitig fraten die Studienreferendare Ludwig Abel, Dr. Hans Taschner und julius Wilhelm in die Schule ein, um ihr erstes Ausbildungsjahr abzuleisten.

Zum 1. januar 1920 verließ uns Studienrat Dr. Heilig, der von den städtischen Körperschaften zum Oberstudienrat an der Oberrealschule l gewählt und vom Herrn Minister bestätigt worden war. Er hat vom 1. 4. 15 bis 1. 4. 18 als wissenschaftlicher Flilfslehrer und von da bis zum 31. 12. 28 als Ober- lehrer und Studienrat mit Treue und Erfolg an der Schule gearbeitet. An seiner Stelle übernahm Ober- studienrat i. R. Siegel einen Teil des Unterrichts.

Wegen EFrreichung der Altfersgrenze schied mit Ende des Schuljahres Studienrat Hermann Hint aus dem Lehrerkollegium aus, der vom 1. 4. 1900 bis 1. 2. 1901 als Hilfslehrer und von da bis 31. 5. 20 als Ober- lchrer und Studienrat an der Schule mitgearbeitet und so die Entwicklung der Anstalt von der Real- schule zur Oberrealschule mitferlebt hat. Er be- deutete für uns ein Stück unserer Geschichte. Seinen Schülern und Kollegen ist er besonders nahe ge treten. Das ließ die Abschiedsfeier erkennen. Ein Abschiedsständchen der Schülerkapelle war ein wei- terer Beweis dafür.

Weiter verließ uns der Zeichenlehrer Robert Böttcher, um in Zwickau eine Oberzeichenlehrer- stelle anzunehmen, die ihm durch widrige Umstände in Kassel versagt geblieben war.

An Fortbildungskursen, Veranstaltungen und Ta- gungen nahmen teil: Obersfudienrat Gaß Ostern 1923 an der Tagung des Förderungsvereins für den ma- thematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht in Stutt- garf. Er hielt im juli 1928 in dem Ferienkursus in