Jahrgang 
1929
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12. Mitteilungen an die Eltern.

1. Bei der Aussprache mit den Eltern tritt häufig eine starke Ueberschätung der Bedeutung der schrift- lichen Arbeiten hervor. Deshalb ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß das Hauptgewicht des Un- terrichts auf der dauernden, stetigen und eifrigen Mitarbeit der Schüler während des Unterrichts liegt. Demgegenüber tritt die Bedeutung der schriftlichen Arbeiten zuriick. Die Eltern sind in der Lage, sich über den Stand und die Beurfeilung der schriftlichen Arbeiten jederzeit ein Bild zu machen, da die sämt- lichen Hefte nach jeder Arbeit den Schülern mit- gegeben werden, um sie den Fltern vorlegen zu können. Es ist ein Irrium anzunehmen, daß der Aus- fall einer oder weniger schriftlichen Arbeiten etwa für die Versetzung ausschlaggebend sei. Dafür ist entscheidend die gesamfe Mitarbeit des Schülers während des ganzen Schuljahres. Wenig zweckvoll

erscheint es daher, im letten Vierteljahr noch durch Nachhilfe eine Versetßung erzwingen zu wollen.

2. Für Schüler, die studieren wollen, ist die Teil- nahme am freiwilligen Lateinunterricht der Ober- klassen wertvoll, da sie im Anschluß an den Unter- richt bei der Reifeprüfung ein Zeugnis darüber er- werben können. Die Kosten für den Unterricht richten sich nach der Anzahl der Teilnehmer. Sie betrugen im laufenden Jahr 4,30 Mark für einen Monat. künftig wird in Obersckunda der Lateinunterricht dreistündig erfeilt statt wie bisher zweistündig. Die Anmeldung verpflichtet zur Teilnahme für ein Jahr.

3. Im Interesse der Schüler bitten wir die Elfern immer wieder, regelmäßig mit der Schule Fühlung zu halten.

Der Direktor der Oberr ealschule II Dr. H. Küster.