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Göttingen und im januar 1920 in Berlin Vorträge über melnodische Fragen.
Am Pädagogischen Kongreß in Kassel nahmen leil: Oberstudienrat Gaß, Oberstudienrat Sieber:,
Studienrat Dr. Heß und der Berichterstatter, an den Tagungen des Förderungsvereins Studienrat Dr. Steingräber und Studienrat Dr. Heß, leßterer auch an dem Naturforschertag in Hamburg.
4. Bericht über die Schüler.
a) Der Gesundheitszustand der Schüler war im Schuljahr 1928/20 im allgemeinen ein guter. Die Zahl der sehr schwächlichen, unterernährten Kinder ist weifter zurückgegangen. 30 Schüler wurden zur FEr- holungsfürsorge vorgeschlagen. Der Einfluß von Turnen, Sport und Schwimmen macht sich in gün- stigem Sinne besonders in den oberen Klassen be— merkbar, die fast durchweg kräftige Schüler auf- wiesen.
Wie im vorhergehenden, so weilten auch in diesem Jahre Schüler der Anstalt in der Waldschule im Neuen Obstgarten. Vom 11. Juni bis zum 8. Juli die Zubringerklasse Quartfa c. Das Hauptziel der Schule ist Erziehung zur Gemeinschaft, und sie bietet eine selfene und wundervolle Gelegenheit, in diesem Sinne zu wirken. Nach kurzer Zeit bildeten sich Freund- schaften zwischen Oberrealschülern und Bürger- schülern, zwischen Jjungen und Mädchen, und ein
herzliches Einvernehmen herrschte zwischen den lei- tenden und lehrenden Frwachsenen. In acht Tagen kommt der Lehrer dort seinen Kindern näher als sonst in einem halben Jahr. Das Leben in dem herr- lichen Garfen atmet Freude und Lachen, lehrt Pflicht- bewußtsein und Hilfsbereitschaft, weckt Ordnungs- sinn, Achtung vor gemeinschaftlichem Gut und Ver- ständnis für die Rechte des andern.— Die Tage ver- liefen bei wechselndem Wetter in der üblichen Weise mit Unterricht, Spiel und Spaziergängen. Für das materielle Wohl war so vorbildlich gesorgt, daß fast alle Kinder beim Abschied eine füchtige Gewichts- zunahme verzeichnen konnten.— Durch eine kleine Aufführung, in der die große Freude und das win- zige Leid der schönen Wochen sich in Versen wider-— spiegelten und an der sich alle Schüler der Klasse beteiligten, dankten wir für alles und gelobten, die Waldschule und ihre Insassen nie zu vergessen.


