Vermehrung des Wort- und Phrasenschatzes.— Wieder- holung der Syntax des Verbs und der Regeln über die Wortfolge nach Deutschbein-Willenberg, II. Teil. Zur Befestigung des grammatischen Stoffes UÜbungen im Obersetzen aus dem Deutschen. Die schriftlichen Arbeiten(Hlaus- und Klassenarbeiten) bestanden aus Ubersetzungen, grammatischen UÜbungen, Diktaten und freien Arbeiten. Dr. Heuser.
Latein(Sonderstunden): 2 Std. Haupterscheinungen der Formenlehre. Akkusativ mit dem Infinitiv, die absoluten Ablative. Ubungen im Ubersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche im Anschluß an Dr. Ferdinand Sehmidt, Lehrbuch der lateinischen Sprache für vorgerücktere Schüler. Einige lateinische Zitate. Stücke aus Berthold Otto, Tirocinium Caesarianum. Liber J. Im Anschluß daran und an der Hand des ursprünglichen Textes Ein- führung in die Caesarlektüre. Zergiebel.
Geschichte: 3 Std. Hauptereignisse der griechischen und römischen Geschichte bis Augustus, unter besonderer Berücksichtigung der Verfassungs- und Kulturverhält- nisse. Wiederholungen aus der deutschen Geschichte. Pietschker.
Erdkunde: 1 Std. Zusammenfassende Wiederholung der außereuropäischen Erdteile. Das Meer. Pietschker.
Mathematik: 5 Std. a) Arithmetik: Arithmetische Reihen erster Ordnung und geometrische Reihen, Zinseszins- und Rentenrechnung. Die imaginären und komplexen Zahlen. Reziproke und binomische, sowie schwierigere quadra- tische Gleichungen;— b) Planimetrie: Lehre von den harmonischen Punkten und Strahlen, Chordalen, Khnlichkeitspunkten und Achsen. Konstruktionsauf- gaben;— c) Trigonometrie: Ergänzung und Fort- führung der Goniometrie; schwierigere Dreiecksberech- nungen;— d) Stereometrie: Systematische Begrün- dung, weitere Ausführungen und Anwendungen. Dr. Hoebel.
Physik: 3 Std. Wärmelehre, Magnetismus und Elektrizität. Dr. Hoebel.
Chemie: 3 Std. Methodische Einführung in die Chemie unter Behandlung der Nichtmetalle und der Leicht- metalle. Grundzüge der Atomlehre. Chemische Zeichen- sprache und stöchiometrische Rechnungen.(Lipp, Lehr- buch der Chemie und Mineralogie.) Schroeder.
Freihandzeichnen: 2 Std.(zusammen mit Unterprima). Fort- setzung der Aufgaben von UII. AIlwohl.
Linearzeichnen(wahlfrei): 2 Std.(zusammen mit Unter- prima). Systematische Einführung in die darstellende Geometrie der Raumelemente. Drehungen und Körper- schnitte. von Hanxleden(im Sommer); Schroeder (im Winter).
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Unterprima.
Klassenlehrer: Oberlehrer von Hanxleden(im Sommer),
der Direktor(im Winter).
Religion: 2 Std. Kirchengeschichte von der nachaposto- lischen Zeit bis 1648, besonders Entwicklung der katho- lischen Kirche, Athanasius, Arius, Augustinus, die ger- manische Mission, die Scholastik, Mystik, Mönchstum, die Reformbewegungen, die Bildung der evangelischen Kirche und die Gegenreformation. Lektüre des Johannes- evangeliums. Dr. Koniecki.
Deutsch: 4 Std. Luther, Hans Sachs, Fischart.— Proben aus der Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts.— Klopstock.— Lessing: Minna von Barnhelm, Philotas, Nathan der Weise, Emilia Galotti, Prosaschriften, be- sonders Laokoon.— Von Sophokles: Antigone, Aias, Philoktet.— Freie Berichte der Schüler.— Aufsatz- lehre. Einiges aus der elementaren Logik. Metrisches. Haus- und Klassenaufsätze. Der Direktor.
Aufsätze: 1) Wie meint es Goethe, wenn er in„Hans Sachsens poetische Sendung“ sagt:„In Froschpfuhl all das Volk verbannt, das seinen Meister je verkannt!“? 2) Arbeit und Fleiß sind die Flügel, die führen über Strom und Hügel(Klassenaufsatz). 3) Klopstocks Ode „Der Zürcher See“. 4) Der Charakter des Majors von Tellheim. 5) Die Treue in Lessings Minna von Barn- helm(Klassenaufsatz). 6) Verdient Lessings Philotas Heldenruhm? 7) Wie führt Lessing das Hauptthema in seinem Nathan durch? 8) Kein Mensch muß müssen. (Klassenaufsatz).
Kürzere Ausarbeitungen: 1) Deutsch: Die schlesischen Dichterschulen. 2) Französisch: Wie führt Pierre Loti die Hauptpersonen in seinem Romane„Pêcheur dIslande“ ein? 3) Physik: Warum nimmt die Schwere nach den Polen hin zu? 4) Deutsch: Germanische Sitten und Gebräuche(aus Tacitus belegt) nach Klopstocks Ode „Hermann“. 5) Erdkunde: Die Arten und die Ent- stehung der Ebenen. 6) Englisch: Wie liegen die Ver- hältnisse zu Anfang des Shakespeareschen Dramas König Richard II.? 7) Chemie: Das Bessemerverfahren. 8) Französisch: Großmutter und Enkel.(Nach Lotis „Pécheur d“slande“.) 9) Deutsch: Die Ringparabel in Lessings Nathan. 10) Physik: Die Mohrsche Wage und ihre Verwendung. 11) Geschichte: Die Niederlande unter Herzog Alba.
Französisch: 4 Std. Gelesen wurden Pierre Loti, Pôcheur d'Islande, in gekürzter Fassung(herausgegeben von Reuschel, Freytag); aus Molière et le Théatre en France (herausgegeben von Wershoven, Renger); außerdem(in mehr kursorischer Art) Molière, Le Bourgeois Gentil- homme und Les Précieuses Ridicules; Augier, Le Gendre de M. Poirier und Stellen aus Corneille, Le Cid. Sprech- übungen. Wiederholung und Erweiterung der Grammatik. Einiges aus der Stilistik und Wortkunde. Aufsätze, Diktate, grammatische UÜbungen, Umformungen. Zer-
giebel.


