Jahrgang 
1897
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und Lesestoff Sprechübungen und Einübung der Gram- matik: Hauptwort in Verbindung mit dem Geschlechts- worte und Eigenschaftsworte in der Einzahl und Mehrzahl, Verschmelzung von de und à mit dem be- stimmten Artikel, die Zahlwörter(Lösung kleiner Rechenaufgaben), Übung des Subjekts- und Objekts- kasus. Konjugation der Hilfszeitwörter avoir und étre sowie der Zeitwörter auf-er. Schriftliche Arbeiten (vom 2. Vierteljahr an): Antworten auf französisch gestellte Fragen, freie Sätze über die Bilder, Diktate, Niederschriften aus dem Gedächtnisse, Verbformen, Hausarbeiten. Wöchentlich eine Arbeit ins Reinheft. Der Direktor.

Erdkunde: 2 Std. w. Heimatkunde von Cassel und Um- gebung; der Reg.-Bez. Cassel. In Anlehnung daran Grundbegriffe der physischen und mathematischen Erdkunde elementar. Erste Anleitung zum Verständnis des Reliefs, des Globus und der Karten. Übersicht der oro- und hydrographischen Verhältnisse der Erd- oberfläche im allgemeinen. Zeichnen von Skizzen an der Wandtafel. Prof. Dr. Pohler.

Rechnen: 5 Std. w. Die 4 Grundrechnungsarten mit un- benannten, einfach und mehrfach benannten Gröſsen. Zerlegen in Faktoren. Teilbarkeit der Zahlen. Die deutschen Münzen, Mafse und Gewichte. Zeitrechnung. Rechnen mit Dezimalzahlen. Obl. Dr. Schreiber.

Naturbeschreibung: 2 Std. W. Im Sommer: Pflanzen- kunde. Beschreibung einheimischer Pflanzenarten mit deutlich sichtbaren Blütenteilen. Anlegen einer Sammlung. Ball, Botanik I. Im Winter: Tierkunde.

Beschreibung von Säugetieren und Vögeln nach Bail,

Zoologie I. w. H. Wagner.

Befreiungen vom Religionsunterrichte fanden nicht statt.

Der katholische Religionsunterricht für die Schüler des Realgymnasiums, der Oberrealschule und der Real- schule wurde in vier Abteilungen erteilt; die Sexta der Realschule nahm teil an Abteilung IV, die Quinta und Quarta an Abteilung III, die Tertia, Sekunda und Prima an Abteilung II.

Abteilung IV: Die Hauptlehren aus der katholischen Glaubens-, Sitten- und Sakramentenlehre nach dem Diö- zesan-Katechismus, ferner die biblischen Geschichten der Urzeit und der Kindheit Jesu nach Schaslers Biblischer Geschichte.

Abteilung III: Das Hauptgebot und die zehn Gebote nach dem Diözesan-Katechismus, Hauptstück II sowie die biblischen Geschichten des alten Testamentes von der Trennung des Reiches an und die des neuen Testamentes

bis zum dritten Osterfest nach Schusters Biblischer Ge- schichte.

Abteilung IIl: Die Kirchengeschichte nach Drehers Leitfaden. Die Glaubens-, Sitten- und Sakramentenlehre wurde ausführlich wiederholt. Kaplan Braun.

Der israelitische Religionsunterricht wurde für die Klassen IIIVI der Realschule(gemeinsam mit den ent- sprechenden Klassen der Oberrealschule) in 2 Std. wöch. erteilt.

Biblische Geschichten von der Richterzeit bis zur Erwählung Davids. Die Zehn Gebote und ihre Erklärung. Einzelne Stellen aus den täglichen Gebeten. lehrer Katz.

Vom Zeichnen war 1 Schüler während des letzten Vierteljahres auf Grund ärztlichen Zeugnisses befreit.

Die Anstalt besuchten im Sommer 227, im Winter 220 Schüler; von diesen waren vom Turnen befreit:

Seminar-

Vom Turnunter- von einzeinen Arichte überhaupt: ÜUbungen: Auf Grund ärztlichien

Zeugnisses: im S. 9, im W. 11, aus anderen Gründen:

zusammen ſim S. 9. im W. Ii, im S.5. m W. 7. also von der Gesamtzahl im S. 4,0%, im S. 2,2%,

der Schüler im W. 5,0%, im W. 3,2%. 1

Der Turnunterricht fand in der Turnhalle des Realgymnasiums und(3 Std.) in der Boppenhausenschen Privatturnhalle in 5 Apteilungen und in einer Vorturner- Abteilung statt. Jede Abteilung erhielt wöchentlich 3 Stunden. Zur kleinsten Turnabteilung(IV) gehörten 37, zur gröfsten(I und II) 50 Schüler. An der Vorturner- stunde(1 St. w.) nahmen 22 Schüler aus III- I teil.

UÜbungsstoff für I und II: Eisenstab- und Hantel- übungen, schwierigere Marsch-, Frei- und Ordnungs- übungen. Gemein- und Riegenturnen an allen Geräten; für III und IV: Einfache Eisenstab- und Hantelübungen, Marsch-, Frei- und Ordnungsübungen, Gemeinturnen an allen Geräten; für VY und VI: Einfache Marsch-, Frei- und Ordnungsübungen. Gemeinturnen: Klettern, Steigen, Frei- und Bockspringen; leichte Hang- und Stützübungen am Reck und Barren. Turnspiele in allen Abteilungen.

Den Unterricht in V und IV erteilte Herr Oberlehrer Zergiebe!, in III Herr Oberlehrer Theisen, in den übrigen Klassen und in der Vorturnerabteilung Herr Ober- lehrer Dr. Schreiber.

Leider konnte mit der Einführung eines geordneten ausgedehnteren Betriebes der Jugendspiele auch während des verflossenen Schuljahres noch nicht vor- gegangen werden. Die Anstalt selbst besitzt keinen Spiel- platz. Ein von den Direktoren der drei städtischen höheren Lehranstalten gemeinsam unternommener Versuch, die

im S. 5, im W. 7,