Jahrgang 
1897
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werden dem liebenswürdigen Menschen, treuen Freunde und pflichtgetreuen Lehrer dauernd ein herzliches Andenken bewahren.

Herr Oberlehrer Heinrich Stern mufste im zweiten Vierteljahre krankheitshalber be- urlaubt werden und trat am 30. September in den Ruhestand. Freitag den 25. September ver- einigten sich die Amtsgenossen und Freunde des Scheidenden zu einem Abschiedsessen; und am 26. September fand im Schulsaale eine Abschiedsfeier statt, in welcher der Direktor die grofsen Verdienste des scheidenden Kollegen um die Anstalt hervorhob. Herr Oberlehrer Stern ist 49 ¹¼ Jahr lang im Amte und 42 Jahre lang, von 1851 bis 1866 und vom Herbst 1869 bis Herbst 1896, an der Schule thätig gewesen, seit 1880 als Oberlehrer. Er hat während dieses langen Zeitraumes in allen Klassenstufen und in fast allen Fächern Unterricht erteilt. Ausgestattet mit reichen Gaben und mit hervorragendem Lehrgeschick hat er während der langen Zeit seiner Thätig- keit der Schule und damit der Stadt Kassel treue uud sehr erfolgreiche Dienste geleistet. Seine groſsen Verdienste um die Anstalt wurden durch Verleihung des Roten Adler-Ordens 4. Klasse anerkannt. Möge es dem lieben Amtsgenossen beschieden sein, noch viele Jahre in Gesundheit, und Rüstigkeit zu verleben!

In die beiden erledigten Oberlehrerstellen rückten am 1. Oktober die wissenschaftlichen Hilfslehrer Herr Adam und Herr Dr. Christ ein; die ausgeschriebene Stelle eines wissenschaft- lichen Hilfslehrers erhielt Herr Karl Barmeyer.

Durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 23. September 1896 waurde Herr Dr. Adolf Gottschalk der Oberrealschule zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen.

Dr. Adolf Gottschalk, geb. am 17. Juni 1871 zu Cassel, besuchte das Realgymnasium seiner Vater- stadt und studierte von Ostern 1889 an auf den Universitäten Halle, Genf und Paris neuere Philologie. Im Mai 1893 wurde er in Halle zum Dr. phil. ernannt und legte ebendort im Sommer 1894 die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Von Oktober 1894 ab genügte er seiner Militärpflicht. Von Oktober 1895 bis Oktober 1896 war er Seminarkandidat am hiesigen Königlichen Seminar und am Realgymnasium.

Demnach bestand das Lehrerkollegium im Winterhalbjahre aus folgenden Herren:

1. Dr. Quiehl, Direktor. 10. Dr. Bächt, Oberlehr. 19. Dr. Heuser, Oberl. 27. Müller, Zeichenlehr. 2. Feitel, Professor. 11. Dr. Meinhoff, 20. Siegel, 28. Grün, Lehrer.

3. Dr. Hasselbaum, 12. Dr. Knabe, 21. Adam, 29. Bach,

4. Seibt, 13. Bachmann, 22. Dr. Christ. 30 Markert,

5. Junghans, Oberlehr. 14. Dr. Fennel, 23. Dr. Schwerdtfeger, 31. Laus, 5

6. Dr. Merkelbach, 15. Dr. Völker, wiss Hilfslehrer. 32. Braun, Kapl., kath. 7. Zimmermann, 16. Gally, 24. Bröcking, Religionslehrer.

8. Dr. Wetzell, 17. Beinhauer, 25. Barmeyer, 33. Katz, israelitischer 9. Crede, 2 18. Boekholt, 26. Dr. Gottschalk, Pro- Religionslehrer.

bekandidat.

Im lehrplanmälsigen Unterrichtsbetrieb ist im laufenden Jahre insofern eine Veränderung eingetreten, als die Sextaner nunmehr seit Ostern 1896 den katholischen Religionsunterricht in einer besonderen Abteilung erhalten und zwar entsprechend der für den evangelischen Religions- unterricht geltenden Vorschrift der Lehrpläne in 3 Stunden wöchentlich. Der Turnunterricht wurde von Ostern 1896 ab mit besonderer Genehmigung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums in nur 2 Stunden wöchentlich erteilt und somit die Möglichkeit gegeben, die Schülerzahl der einzelnen Turnabteilungen bis zur vorschriftsmälsigen Zahl zu verringern.