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III. Jahresbericht.
Das Schuljahr begann Montag den 13. April. Der Aufnahmeprüfung, welche an diesem Tage stattfand, unterzogen sich 155 Schüler, von denen sich 125 für Sexta, 30 für eine höhere Klasse gemeldet hatten.
Das Kuratorium bestand im laufenden Jahre aus den Herren: Bürgermeister Jochmus, Vorsitz., Stadtratsmitglied Kaiserling, Bürgerausschussmitglied Schoppach, Stadtschulrat Bornmann, Schreinermeister Ruetz, Privatbaumeister Potente, Pfarrer Opper und dem Direktor.
Im Bestande des Lehrerkollegiums sind gegen das vorige Schuljahr folgende Anderungen eingetreten:
Der israelitische Religionslehrer, Herr Dr. Stein, Dirigent des israelitischen Seminars, gab am Schlusse des Schuljahres aus Gesundheitsgründen den israelitischen Religionsunterricht an den städtischen höheren Schulen auf, nachdem er seit Herbst 1868, also 28 Jahre lang, mit groſser
Treue und Gewissenhaftigkeit seines Amtes gewaltet. An seine Stelle trat Herr Seminarlehrer Hermann Katz.
Hermann Katz, geb. am 20. Dezember 1862 zu Schadowa in Ostpreufsen, israelitisch, erhielt seine Vorbildung am Seminar zu Hannover, wurde dortselbst nach bestandener Prüfung als Seminarhilfslehrer angestellt, legte 1885 am Königl. Seminar zu Hannover die zweite Prüfung ab, hierauf 1888 die Mittelschul- lehrerprüfung für Deutsch und Geschichte. Oktober 1888 wurde er an das israelitische Seminar zu Cassel
als Seminarlehrer berufen und bestand 1890 die Mittelschullehrerprüfung für Mathematik und Natur- wissenschaften.
Herrn Kandidat Barmeyer, der seit Herbst 1895 der Anstalt als Probekandidat an- gehörte, wurde ausnahmsweise die zweite Hälfte des Probejahres erlassen; er verblieb zunächst als unbesoldeter Hilfslehrer an der Schule; von Pfingsten ab vertrat er einen erkrankten Kollegen (Herrn Oberlehrer Dr. Lehmann) und wurde im zweiten Vierteljahre vertretungsweise(für die Herren Oberlehrer Stern und Oberlehrer Dr. Lehmann) mit voller Stundenzahl beschättigt. Somit setzte sich am Anfange des Schuljahres 1896/97 das Lehrerkollegium folgendermalſsen zusammen:
1. Dr. Quiehl, Direktor. 10. Dr. Wetzell, Oberl. 19. Beinhauer, Oberlehr. 28. Müller, Zeichenlehr. 2. Feitel, Professor. 11. Dr. Bächt,„(20. Boekholt,„ 29. Grün. Lehrer.
3. Dr. Hasselbaum,„ 12. Dr. Meinhoff,„ 21. Dr. Heuser,„ 30. Bach,„
4. Seiht,„ 113. Dr. Lehmann,„ 22. Siegel,„ 31. Markert,„
5. Stern, Oberlehrer. 14. Dr. Knabe,„(23. Dr. Christ, wiss. Hilfsl. 32. Laus,„
6. Junghans,„ 15. Bachmann,„ 24. Adam,„ 33. Braun, Kapl., kath. 7. Dr. Merkelbach,„ 16. Dr. Fennel,„(25. Dr. Schwerdtfeger,, Religionslehrer.
8. Zimmermann,„ 117. Dr. Völker,„(26. Bröcking,„(34. Katz, israelitischer 9. Crede,„ 18. Gally,„ 27. Barmeyer, 6. Religionslehrer.
Herr Oberlehrer Dr. Heimbert Lehmann, dessen Lungenleiden sich derart ver- schlimmert hatte, dals es ihm nur mit Aufbietung aller Kräfte möglich war, seinen Dienstpflichten nachzukommen, nahm auf das dringende Zureden seiner Freunde von Pfingsten an Urlaub; er hoffte in Thüringens Bergen Stärkung und Heilung zu finden. Doch es sollte nicht sein. In Berlin, auf der Reise in seine Heimat, Frankfurt a. d. Oder, verschied er am 8. Juli 1896 im Alter von 35 Jahren. Am 8. August hielt die Schule im Saale der Anstalt eine Trauerfeier für den Verstorbenen ab, bei welcher der Unterzeichnete die Gedächtnisrede hielt. Lehrer wie Schüler


