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Dann begrüsste Herr Bürgermeister Klöffler im Namen des Kuratoriums und Herr Oberbürger- meister Westerburg im Namen der städtischen Behörden den Direktor mit höchst freundlichen Worten, worauf Herr Prof. Feitel in sehr herzlicher und zu Herzen gehender Weise den Unter- zeichneten im Namen des Lehrerkollegiums, welchem derselbe bis Ostern 1889 angehört hatte, willkommen hiess und demselben die Versicherung vollen Vertrauens und das Versprechen treuer Mitarbeit und williger Unterordnung aussprach.
Sodann ergriff der unterzeichnete Direktor das Wort.
Nicht fremd sei ihm dieses Haus, so führte er etwa aus, hat er doch neun Jahre lang in diesen Räumen gewirkt; nicht fremd die Behörden, mit denen die Anstalt in Beziehung steht; nicht fremd die Kollegen, von denen die meisten langjährige treue und hoch geschätzte Arbeitsgefährten waren und von denen viele mit ihm durch das Band treuer Freundschaft eng verbunden sind. Und des- halb trete er mit frischem, fröhlichem Mute sein neues Amt an. Er dankt den Behörden für das reiche Vertrauen, welches sie ihm entgegengebracht, sowie für die herzlichen Worte der vier vor- genannten Herren und verspricht alles, was in seinen Kräften steht, um den guten Ruf der Schule zu wahren. Dabei wird er bestrebt sein, einmütig kameradschaftlich mit den anderen Schulen Cassels zu wirken. Er bittet seinen hochgeschätzten Vorgänger, Herrn Direktor Dr. Ackermann, sein Interesse der Anstalt zu erhalten und dem neuen Direktor mit seinem Rate zur Seite zu stehen, dankt dann seinem Kollegen Prof. Feitel für die Besonnenheit, Ruhe und Ausdauer, mit der derselbe in schwererg Zeit die Schule geleitet, und sagt herzlichen Dank für die so über- aus wohlthuenden Worte der Begrüssung. Er komme von einer Schule, die ihm sehr lieb gewesen, und scheide aus einer Stellung, in der er sich sehr wohl gefühlt, und von einem Kollegium, das er immer in treuer Erinnerung behalten werde. Bei der grossen Anzahl der Mitarbeiter, der grossen Schülerzahl, der massenhaften laufenden Schreibarbeit dieser Schule könne nur dann der Direktor hoffen, seiner Stellung mit Erfolg gerecht zu werden, wenn Eines in reichem Masse vorhanden ist: ein freudiges und williges Zusammenarbeiten von Lehrerkollegium und Direktor. Und dies kann nur erreicht werden, wenn volles Vertrauen zwischen den Mitgliedern des Kollegiums unter einander und zu dem Direktor herrscht; und um dieses Vertrauen bitte er die Kollegen ebenso herzlich wie die königliche vorgesetzte Behörde und die städtischen Körperschaften um ihr Wohl- wollen, um ihren Rat und um ihre Mithülfe. Zum Schlusse wendet er sich an die Schüler und ermahnt sie zu treuer Arbeit und zur Tugend der Wahrhaftigkeit. Gott aber möge, so schliesst er, die Arbeit aller, welche hier am Werke der Erziehung mithelfen, segnen zum Nutzen unserer Stadt, zum Heile unseres Vaterlandes, zur Ehre Gottes!
Das Kuratorium bestand im laufenden Jahre aus den Herren: Oberbürgermeister Wester- burg, Vorsitz., Stadtratsmitglied Kaiserling, Bürgerausschussmitglied Schoppach, Stadtschulrat Bornmann, Schreinermeister Ruetz, Privatbaumeister Potente, Pfarrer Opper und dem Direktor.
Herr Bürgermeister Klöffler, der frühere verdienstvolle Vorsitzende, schied aus, da er am 1. Juli 1895 in den Ruhestand trat. Herr Kaufmann Rudolf Scholl starb am 23. Mai 1895, nachdem er nur kurze Zeit, aber mit voller Hingebung, an den Arbeiten des Kuratoriums teil ge- nommen hatte; Herr Pfarrer Wagner, der Jahre lang ein treuer und liebenswürdiger Mitarbeiter gewesen war, verschied am 6. Juni 1895.
Im Bestande des Lehrerkollegiums sind gegen das vorige Schuljahr folgende Anderungen eingetreten:


