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Gymnaſiums zu Hanau zu übernehmen. Wie ſchmerzlich auch Lehrer und Schüler, ja die ganze Stadt den Verluſt des um das Gymnaſium ſo hochverdienten Mannes empfanden. ſo gereichte doch allen die in jener Berufung ausgeſprochene Anerkennung des Verdienſtes zu lebhafter Genugthuung. Auf immer wird die Zeit der Wirkſamkeit des Herrn Direktor Hartwig an dem Corbacher Gym⸗ naſium in dankbarer Erinnerung fortleben.
Das neue Schuljahr 18858s begann Montag den 13. April mit der Prüfung der neu ange⸗ meldeten Schüler. Am 17. April wurde der unterzeichnete Dr. Auguſt Wiskemann von Herrn Provinzialſchulrat Dr. Lahmeyer mit einer herzlichen Anſprache feierlich in ſein neues Amt als Direktor des Gymnaſiums eingeführt und auf die gewiſſenhafte Verwaltung ſeines Amtes verpflichtet.
Auguſt Wisſemann, geb. zu Berge, Kreis Witzenhauſen, am 5. Juli 1845, beſuchte das Gymnaſium zu Hersfeld vom Herbſt 1859 bis Oſtern 1864, ſtudierte dann in Marburg bis Oſtern 1868 und war ſeitdem an dem Gymnaſium zu Marburg als Lehrer thätig. Nachdem derſelbe von Seiner Majeſtät dem Kaiſer und König zum Gymnaſial⸗
direktor ernannt war, wurde ihm durch Verfügung des Herrn Miniſters für geiſtliche, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗ angelegenheiten vom 9. März 1885 die Leitung des Gymnaſiums zu Corbach vom 1. April 1885 an übertragen.
Am 13. Mai fand die Verſammlung des Lehrervereins für Heſſen⸗Naſſau⸗Waldeck in Biedenkopf ſtatt, an welcher ſich 4 Lehrer unſerer Schule beteiligten. Die übrigen Lehrer machten an dem⸗ ſelben Tage mit den einzelnen Klaſſen größere Spaziergänge in die Umgegend.
Die Pfingſtferien dauerten vom Pfingſtſonnabend bis zum folgenden Donnerstag.
Am 5. Juni unternahmen die Schüler der oberen Klaſſen mit ihrer Muſikkapelle, begleitet von 4 Lehrern, einen Ausflug nach dem Hermannsdenkmal und kehrten am 7. Juni von allem Ge⸗ ſehenen und Erlebten im höchſten Grade befriedigt zurück. Am 6. Juni hatten auch die mittleren und unteren Klaſſen unter Führung ihrer Ordinarien größere Ausflüge in das Ederthal gemacht.
Von Pfingſten bis zum Schluß des Vierteljahrs war Oberlehrer Waldeck beurlaubt, um in einem Badeort ſeine angegriffene Geſundheit herzuſtellen. Desgleichen mußte G.⸗L. Weidenbach, der vom 12. Juni bis 6. Auguſt zu einer militäriſchen übung eingezogen war, während ſeiner Abweſenheit von den übrigen Kollegen vertreten werden.
Am 22. Juni fand die feierliche Einweihung der neuen Aula ſtatt. Se. Durchlaucht der Fürſt hatte die Gnade, das Feſt durch Höchſteigenes Erſcheinen zu verherrlichen. In Sr. Durchlaucht Begleitung befand ſich der Fürſtl. Kabinetsrat Herr v. Stockhauſen. Auch der Königl. Landesdirektor, Herr von Saldern, erwies dem Gymnaſium die Ehre, der Einladung zu dem Feſte zu folgen, desglei⸗ chen hatten wir die Freude, Herrn Baurat Queisner als Vertreter der hohen Baubehörde in unſerer Mitte begrüßen zu können. Außerdem hatten ſich viele Freunde der Schule zu dem feſtlichen Akte eingefunden, um ihre rege Teilnahme an dem Freudenfeſte der Anſtalt kundzugeben, wofür ihnen unſer aufrichtiger Dank gebührt. Nachdem Se. Durchlaucht beim Eintreten in den Saal von der Kapelle mit einem Tuſch und dem Vortrag der Landeshymne begrüßt und darauf ein Choral geſungen worden war, wies der Direktor in ſeiner Anſprache zunächſt kurz auf die Bedeutung des Tages hin, dankte Sr. Durchlaucht dem Fürſten und der Fürſtlichen Regierung für die durch den Neubau auf das glänzendſte bewieſene Fürſorge für die Anſtalt, hob die Verdienſte der Fürſtl. Baubehörde gebührend hervor und dankte allen, welche an dem Bau geholfen und mitgearbeitet hatten. Dann an die Schüler ſich wendend wies er zunächſt im allgemeinen auf die ernſten Ver⸗ pflichtungen hin, welche die vom Staate gebrachten großen Opfer auch ihnen auferlegten, und ſetzte dann mit Beziehung auf die neue Aula in längerer Betrachtung auseinander, erſtens wie dieſelbe


