Jahrgang 
1906
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Große Freude erregten auch bei unseren Schülern die Erinnerungsgaben an das Fest, die ihnen ausgehändigt wurden. Der Herr Minister hatte eine große Anzahl verschiedener größerer Schillerbücher der Anstalt zum Zweck der Verteilung außerdem 30 Stück des Büchleins von Otto,Warum feiern wir Schillers Todestag? zur Verfügung gestellt. Seitens der Stadt Hanau gingen durch das hiesige Schillerkomitee für die Schüler sämtlicher Klassen bis einschließlich Quarta je ein Stück des Schillerbüchleins von Schulrat Dr. Jonas mit IIlustrationen unseres Hanauer Landmannes Stassen ein. Damit die Schüler der beiden untersten Klassen an diesem Tage nicht ohne Erinnerungszeichen blieben, wurde für sie die erforderliche Anzahl durch Ankauf ergänzt. Den freundlichen Gebern, insbesonders auch der Stadt Hanau, sage ich an dieser Stelle herzlichen Dank.

Am 5., 6., 29., 30. Juni, am 3., 4., 5. Juli und am 10. August fiel der Nachmittagsunterricht der Hitze wegen aus.

an die Schüler zugewiesen und

Am 8. Juni machten die Schüler der verschiedenen Klassen unter Führung ihrer Lehrer Aus- flüge in die nähere oder fernere Umgebung von Hanau.

Am 16. Juni übermittelte der Direktor der Liebig-Realschule zu Bockenheim, am 28. Sep- tember dem Königl. Gymnasium zu Fulda die Glückwünsche des Hanauer Gymnasiums zu ihren Jubelfeiern.

Am 2. September wurde das Sedanfest in der Aula durch Deklamation und Gesänge feierlich begangen. Am Sonntag dem 3. September beteiligte sich das Gymnasium an der feierlichen Ein- weihung der Bismarcksäule in Wilhelmsbad, wobei der Unterzeichnete die Festrede hielt.

In den Tagen vom 5. bis 7. Dezember nahm Herr ProvinzialeSchulrat Dr. Kaiser eine ein- gehende Revision der Anstalt vor, an deren Schlusse er das Lehrerkollegium zu einer Konferen⸗ versammelte, seine Wahrnehmungen mitteilte und eine Reihe von pädagogisch-didaktischen Gesichts- punkten hervorhob. Dabß bei der Revision die Anstalt den zu stellenden Anforderungen entsprochen hatte, wurde von dem Herrn Revisor bei dieser Gelegenheit mündlich anerkannt und später noch in einer Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums zum Ausdrucke gebracht, in der unter anderem gesagt wurde, daß aus dem Bericht des Herrn Revisors zu ersehen sei, daß die Schüler der Anstalt von tüchtigen Lehrern dem Ziele der Gymnasialbildung in ernster Arbeit entgegengeführt werden und daß dafür dem Lehrerkollegium die Anerkennung der vorgesetzten Behörde ausgesprochen werde.

Am Schlusse derRevisionswoche fand am 9. Dezember in den Sälen der Turnhalle ein Schulfest statt, bei dem turnerische Aufführungen mit musikalischen Darbietungen unserer Schüler wechselten und an das sich ein gemeinsames Schokoladetrinken für die Schüler der unteren Klassen, ein einfaches Abendessen mit darauffolgendem Tanz für die Schüler der oberen Klassen anschloß. Zahlreich erfreuten Eltern und Angehörige der Schüler und andere Freunde der Anstalt uns bei diesem wohlgelungenen Feste durch ihre Anwesenheit.

In der Woche vom 11. bis 16. Dezember schrieben die Oberprimaner die sog. Tentamenarbeiten.

Am 22. Dezember, vormittags fand eine Klassenprüfung der Sexta und Quinta statt.

Am Nachmittag des 22. Dezember geleiteten Lehrer und Schüler den verstorbenen Oberlehrer Ricker, der vom 1. Oktober 1874 bis zu seiner Pensionierung am 1. April 1894 als Lehrer der Anstalt angehört hatte, zur letzten Ruhe. Der Sängerchor des Gymnasiums sang ihm den letzten Scheidegruß.

Am 23. Januar ward nachmittags der Unterricht zum Zwecke des Schlittschuhlaufens ausgesetzt.

Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Aula festlich begangen. Die Festrede hielt Professor Reinhard über Elisabeth, Markgräfin von Brandenburg, die Tochter des Kurfürsten Joachim I. und Gemahlin des Herzogs Erich von Braunschweig-Calenberg.