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knecht wurde ausserdem nach Allerhöchster Ordre vom 10. April 1893 der Rang der Räte vierter Klasse verliehen.(Verf. Kgl. Prov.-Schulkoll. vom 1. Mai 1893. S. 2974).
An Stelle des seitherigen katholischen Religionslehrers Kaplans Robert Schlenke, der vom 1. August 1893 ab als Kooperator nach Mackenzell versetzt ward, übernahm mit dem Beginn des zweiten Quartals der hierher versetzte Kaplan Johannes Delmhorst die Erteilung des katholischen Religionsunterrichts.
Johannes Delmhorst, Sohn des Landwirts Christoph Delmhorst, geb. den 13. März 1865 zu Sorsum, Kreis Hildesheim, besuchte das Gymnasium Josephinum zu Hildesheim, wo er Ostern 1886 das Zeugnis der Reife erhielt. Er studierte zunächst ein Semester auf der Akademie zu Münster i. W. und trat dann als Alumnus in das Priesterseminar zu Fulda ein. Nachdem er hier Ostern 1889 das sog. Examen pro introitu bestanden hatte, genügte er in München im Kgl. Bayr. 1. Inf.-Regt. seiner Militärpflicht. Nach Fulda ins Priesterseminar zurückgekehrt, empfing er am 20. Dezember 1890 die hl. Priesterweihe und wurde am 24. Dezember zum Kaplan in Somborn bestellt. Am 26. Juni 1893 wurde er zum Kooperator in Mackenzell ernannt und am 1. August als Kaplan nach Hanau versetzt und zugleich mit Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes am Kgl. Gymnasium betraut.
Der Kandidat des höheren Lehramts Rudolf Homburg, der vom Herbst 1892 bis dahin 1893 sein Probejahr an der hiesigen Anstalt abgeleistet hatte und nachher auf sein Ansuchen der- selben als unbesoldeter wissenschaftlicher Hülfslehrer zugewiesen worden war, wurde am 11. No- vember nach Cassel berufen, um eine Vertretung am Kgl. Friedrichs-Gymnasium zu übernehmen.
Durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 21. August 1893. S. 5448, war der wissenschaftliche Hülfslehrer Konstantin Ewoldt vom 1. April 1893 ab zum Oberlehrer an der Anstalt ernannt worden. Durch weitere Verfügung vom 22. Dezember 1893, S. 7327, ward der- selbe in gleicher Eigenschaft an das Kgl. Gymnasium zu Marburg versetzt. Er wird mit dem Schlusse des Schuljahres die hiesige Anstalt verlassen, an der er seit Herbst 1888 mit gutem Erfolg thätig gewesen ist. Die Kollegen wie die Schüler werden ihm ein freundliches Andenken bewahren.
Die durch die Pensionierung des Oberlehrers Ricker frei werdende Oberlehrerstelle wurde durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 9. Februar 1894, S. 330, vom 1. April d. J. ab dem Oberlehrer am Kgl. Gymnasium zu Wiesbaden Ludwig Müller übertragen.
Allen den Lehrern, die während des verflossenen Schuljahres aus ihrer Thätigkeit an der Anstalt geschieden sind, sei an dieser Stelle nochmals der gebührende Dank gesagt.
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Das neue Schuljahr wurde Dienstag den 11. April, vormittags mit Gesang, Bibellektion und Gebet eröffnet. Daran schloss sich die Verlesung der Schulgesetze und die Verpflichtung der neu eintretenden Schüler. Die Aufnahmeprüfung hatte tags vorher stattgefunden. Es wurden im ganzen 26(davon 2 nachträglich) in die verschiedenen Klassen aufgenommen.
Schülerausflüge wurden gemacht am 17. Mai von der Prima nach dem Krähberg und Wald- leiningen und von der Obertertia nach Miltenberg und Amorbach im Odenwald, am 30. Mai von der Quarta durch die Rückersbacher Schlucht nach dem Johannisberg, am 8. August von der Ober- sekunda nach dem Auerbacher Schlosse, dem Felsenmeer und Jugenheim, am 24. August von der Untertertia nach dem Hahnenkamm und dem Johannisberg.
Am 19. Juni, 17., 18. und 21. August fiel wegen grosser Hitze der Nachmittagsunter- richt aus.


