Jahrgang 
1894
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26. Desgl. vom 16. Januar 1894, S. 261. Ministerial-Erlass betr. die in den Zeugnissen über die wissen- schaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst zu machende Vermerkung über die von der Schulaufsichts-

behörde genehmigte Befreiung eines Zöglings von dem obligatorischen Unterricht in der Religion, im Zeichnen oder im Turnen.

27. Desgl. vom 15. Januar, 1894, S. 281. Ministerial-Erlass, nach welchem im Falle der Vertretung von Lehrern zur Annahme eines Hülfslehrers erst dann geschritten werden darf, wenn sämtliche übrigen Lehrer zur vollen Maximalzahl der Pflichtstunden herangezogen sind, und es nach Lage der Verhältnisse unthunlich ist, ihnen noch über diese Zahl hinaus die nicht zu deckenden Unterrichtsstunden des zu vertretenden Lehrers vorübergehend zuzuteilen.

28. Desgl. vom 9. Februar 1894, S. 873, betr. die Teilnahme an dem diesjährigen naturwissenschaftlichen Ferienkursus, der in der Zeit vom 2. bis 14. April in Göttingen abgehalten werden soll.

28. Desgl. vom 30. Dezember 1893, S. 7377. Übersendung eines Exemplars des von dem Senator a. D. Dr. Eggers neu bearbeiteten Katalogs des Rauchmuseums in Berlin, mit der Weisung, denselben einem geeigneten Schüler der Anstalt als Geschenk zu übergeben.

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III. Chronik der Anstalt.

Im Laufe des verflossenen Schuljahrs sind folgende Veränderungen im Bestand des Lehrerkollegiums eingetreten:

Am Schlusse des Schuljahrs 1892/93 war der Kandidat des höheren Lehramts Dr. Eduard Altenburg nach Ableistung seines Probejahrs von der Anstalt geschieden, um zunächst seiner Militärpflicht zu genügen.

Durch Erlass des Herrn Ministers vom 22. April 1893, U. II. No. 11047, wurde dem Ober- lehrer Ricker auf sein Ansuchen wegen seines Gesundheitszustandes bis Ende März 1894 Urlaub bewilligt. Auf weiteres Nachsuchen wurde er(Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 22. Januar 1894, S. 372) vom 1. April 1894 ab in den Ruhestand versetzt. Bei dieser Gelegen- heit wurde ihm von der hohen vorgesetzten Behörde der Dank für seine langjährigen treuen Dienste ausgesprochen. Durch Allerhöchsten Erlass vom 12. Februar d. J.(mitgeteilt durch Verf. vom 28. Februar 1894, S. 1243, ward ihm anlässlich seines bevorstehenden Ausscheidens aus dem Dienste der Rote Adler-Orden 4. Klasse verliehen und von dem Direktor am 3. März feierlich über- reicht. Möge ihm ein heiterer Lebensabend im Kreise seiner Familie beschieden sein.

Zum Ersatz für den beurlaubten Oberlehrer Ricker wurde der wissenschaftliche Hülfslehrer am Realgymnasium in Wiesbaden Franz Unverzagt in gleicher Eigenschaft der Anstalt zuge- wiesen(Verf. v. 24. Mai 1893, S. 3665), wogegen der halbbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer Ernst Hirschfeld als kommissarischer Hülfslehrer an das Kgl. Gymnasium in Hersfeld überging.

Franz Unverzagt, geboren 18. Juni 1866 zu Wiesbaden, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und verliess dasselbe mit dem Zeugnis der Reife Ostern 1884. Er studierte in Marburg und Berlin neuere Philologie, bestand im Sommer 1888 die Prüfung pro facultate docendi in Marburg und legte von Herbst 1888 bis Herbst 1889 am Realgymnasium zu Wiesbaden das pädagogische Probejahr ab. Später war er an derselben Anstalt und ausser- dem am Realprogymnasium zu Biebrich und am Wilhelmsgymnasium zu Cassel beschäftigt; Pfingsten 1893 wurde er dem Gymnasium zu Hanau als wissenschaftlicher Hülfslehrer überwiesen.

Laut Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 4. April 1893 wurde den Oberlehrern Adolf Wagenknecht, Dr. Otto Wackermann, Hermann Schaub und August Schmitz vom Herrn Minister das PrädikatProfessor verliehen. Das hierüber ausgefertigte Patent wurde von

dem Direktor am 12. April den Genannten ausgehändigt. Dem Oberlehrer Professor Wagen-