Jahrgang 
1894
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Am 15. Juni, 18. Oktober und 9. März fanden in herkömmlicher Weise Feierlichkeiten zum Gedächtnisse der hochseligen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. statt.

Die Pfingstferien dauerten vom 21. 24. Mai, die Sommerferien vom 2. 31. Juli, die Herbstferien vom 24. September 9. Oktober, die Weihnachtsferien vom 24. Dezember 8. Januar.

Am 2. September wurde das Sedanfest durch eine Feier in der Aula mit Choral- und Chor- gesang, Deklamationen der Schüler und einer Ansprache des Direktors begangen. Von einem ge- meinsamen Ausflug musste wegen der Ungunst der Witterung in diesem Jahre abgesehen werden. Sonntag den 3. September, vormittags 8 Uhr beteiligte sich die Anstalt in gewohnter Weise an dem von dem hiesigen Kriegerverein nach dem Friedhofe veranstalteten Festzuge und der Feier an den Gräbern der dort ruhenden Krieger, die im Jahre 1870/71 hier ihren Wunden erlegen sind.

Bei Beginn des Winterhalbjahres wurden 8 Schüler in die Anstalt aufgenommen.

Die gemeinsame Abendmahlfeier der Lehrer und Schüler evangelischen Bekenntnisses fand am 5. November in der Marienkirche statt.

Am 27. Januar wurde das Geburtsfest Allerhöchst Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula festlich begangen. Die Festrede hielt Oberlehrer Wenning, der die Ver- hältnisse im neuen deutschen Reich mit den Zuständen des Reichs nach dem Ende des 30 jährigen Kriegs verglich. Daneben wechselten Chorgesänge, Deklamationen und Instrumentalvorträge der Schüler miteinander ab.

Die schriftliche Reifeprüfung der 11 Abiturienten dauerte vom 22. 26. Januar. Die mündliche Prüfung, für welche der Direktor mit den Geschäften des Königlichen Kommissars be- traut worden war, fand am 10. März statt. Es bestanden dieselbe die unter IV E.(S. 23) namhaft gemachten acht Abiturienten.

Gegen Ende des Schuljahrs wurden mit den verschiedenen Klassen nicht öffentliche Prü- fungen in Gegenwart von Mitgliedern des Lehrerkollegiums abgehalten. Sie fanden statt für Untertertia am 22., für Quinta am 23., für Sexta am 24. Februar, für Obersekunda am 26. Februar, für Prima am 27. Februar, für Obertertia am 6. März, für Quarta am 9. März.

Für die Abschlussprüfung der Untersekunda hatte der Königliche Kommissarius Herr Geh. Reg.-Rat Dr. Lahmeyer sein Erscheinen in Aussicht gestellt und Termin auf den 13. März anberaumt.

Donnerstag den 8. März fand unter Leitung des Oberlehrers Henkel in der Aula eine musikalisch-deklamatorische Aufführung der Schüler statt, die von den zahlreich erschienenen An- gehörigen der Schüler und Freunden der Anstalt mit grossem Beifall aufgenommen wurde.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im allgemeinen günstiger als im Vorjahre, doch musste Oberlehrer Wenning wegen Krankheit im ganzen etwa vier Wochen, davon drei am Schlusse des Schuljahrs vertreten werden. Professor Wagenknecht war zur Herstellung seiner Gesundheit im Anschlusse an die Sommerferien eine Woche beurlaubt, Professor Wacker- mann und der technische Lehrer Ruth mussten an je 6, Professor Schaub an 5 Tagen wegen Erkrankung dem Unterrichte fernbleiben. Einzelne andere Lehrer waren kürzere Zeit wegen Krankheit oder anderweiter dringender Abhaltung beurlaubt.