Jahrgang 
1928
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wertvolle Bücherprämien zu verleihen. Der Lehrerbibliothek wurden geschenkt vom Herrn Minister: Boelitz, Das Grenz- und Ausland-Deutschtum; james Beck: Die Verfassung der U. S. A.; Müller: Oberschlesien; Stiewe: Deutschland und Europa 1890 1914; Dragendorff- KrügerDas Grabmal von Igel, vom Verfasser: Maas, die deutsche Hansa; von der I. G. Farben durch Herrn Direktor Seebohm: Die badische Anilin- und Sodafabrik; von Herrn Baurat Dr. h. c. Jacobi: Das Saalburg-Jahrbuch VI, Bericht 1927; von der Kreisverwaltung des Obertaunuskreises: Der Obertaunuskreis 1867 1927; vom Königl. Rumänischen General- konsulat: Ronnenhöller, Groß-Rumänien. Die Schülerbibliothek erhielt an Geschenken: Vom Reisen auf der Eisenbahn in mehreren Exemplaren(Vom P. S. K. in Kassel); Pöschel, Ins Reich der Lüfte in 2 Exemplaren(Von der Staatl. Hauptstelle f. d. naturw. Unterr. Berlin W. 35); Kleist, Michael Kohlhaas und andere Novellen(Vom Verlag); Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts(Vom Verlag), Gros, Das leuchtende Haus(Vom Sextaner W. Becker). Ferner spendete die I. G. Farben auf Veranlassung von Herrn Direktor Seebohm einen Anschauungskasten vom Werdegang der Agfa-Kunstseide sowie ein gerahmtes Bild von Rotenburg o. T.

6. Verschiedenes.

a) Die schon oft beklagte Unzulänglichkeit unseres Schulgebäudes, die im wesentlichen in dem Fehlen einer Aula, eines Singsaals, geeigneter Laboratorien wie überhaupt größerer Unterrichtsräume für die kombinierten Klassen etc. besteht, sowie die Schwierigkeiten, die sich aus der Mitbenutzung der Turnhalle seitens des Lyzeums ergeben, es waren wöchentlich 56 Turnstunden unterzubringen machen sich andauernd in peinlichster Weise fühl- bar. Zu der von der vorgesetzten Behörde aus finanziellen Gründen angeregten Umwandlung unserer Doppelanstalt in einReformrealgymnasium der Regelform faßste eine aus allen Schichten und Berufsständen einberufene Bürgerversammlung nach eingehender Beratung den einstimmigen Beschluß, das Ministerium zu bitten, zunächst bis Ostern 1932 an dem gegen- wärtigen Zustand unserer Anstalt nichts ändern zu wollen. Der Kreisausschuß und die städtischen Körperschaften schlossen sich dieser Stellungnahme an. Sollte trotz allem eine solche Umwandlung künftig eintreten, so würde sie natürlich nur allmählich und stufenweise durchzuführen sein, sodaß zu irgendwelchen Beunruhigungen kein Grund vorliegt.

b) Lehr- und Lernmittel. s. Bücherverzeichnis unter 8.

c) Besondere Einrichtungen sind das Schulorchester, die Vorturner-Riegen, Steno- graphiekursus, Schauturnen, Zeichenausstellung und Milchausgabe.

7. Chronik der Anstalt.

Das Schuljahr begann am 26. April mit der Prüfung der neuangemeldeten Schüler. In der am folgenden Tage abgehaltenen Eröffnungsfeier, der der Direktor die Worte des Jeremias Kap. 7 zu Grunde legte, wurden sie mit der Schulordnung bekannt gemacht und auf deren gewissenhafte Beobachtung durch Handschlag verpflichtet.

Das Jahr 1927-28 brachte unserer Anstalt schwere Erschütterungen. Schon der An- fang war wenig verheißungsvoll. St. R. Kasper hatte sich bereits vor Ostern wegen schwer- leidender Gesundheit genötigt gesehen, um Urlaub bis Pfingsten nachzusuchen, der ihm, da die Besserung nur sehr langsam vor sich ging, bis zum Ende des ersten Quartals und schließ- lich bis zum 16. August verlängert werden mußte. Auch St. R. Dr. Hartung war wegen Atem- und Lungenbeschwerden außer Stande, seinen Unterricht mit Beginn des neuen Schuljahres aufzunehmen, sah aber, da er auf baldige Heilung hoffte, zunächst von einem Gesuch um längeren Urlaub ab. Als jedoch seine Wiederherstellung auch Pfingsten noch nicht erfolgt war, bat er auf Grund eines amtsärztlichen Zeugnisses um Urlaub, zunächst bis zu den Sommer- ferien, dann in einem späteren Gesuch bis zum 30. September. Durch das Fehlen der beiden Kollegen waren 47 Unterrichtsstunden ungedeckt. Die wiederholte Bitte des Direktors an das P. S. K. in Kassel, ihm zwei Vertreter zu senden, hatte zunächst keinen Erfolg, da der vor- gesetzten Behörde geeignete Assessoren oder Referendare nicht zur Verfügung standen. Auf