Am Schluß des Winterhalbjahres fand der Wettkampf im Geräteturnan für alle Klassen statt. Preisrichter waren Turnwarte und Oberturnwarte der Deutschen Turnerschaft. Geturnt wurde an Reck, Barren und Pferd bzw. Bodc. Den ersten Preis holte sich die Olla.
Zum ersten Male war im Berichtsjahre das Turnen Prüfungsgegenstand bei der Reifeprüfung. Das Ergebnis war durchaus befriedigend und lieferte den Beweis, daß alle Schüler mit Erfolg an der Ausbildung ihrer körperlichen Kräfte und ihrer Geschicklichkeit gearbeitet hatten.
Das Turnfest wurde am 17. September im Anschluß an die Einweihung der Bergehalle im Kurpark abgehalten. Es wurden Wettkämpfe im 100 m⸗Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen bezw. Schlagballspielen(UIIII und IV) für die Klassen Ol bis IV durchgeführt. Eingeleitet wurde das Fest durch Freiübungen, auch zeigten sich Musterriegen des Gymnasialturnvereins am Reck, Barren und Pferd. Als Preise wurden Eichenkränze, Sträußchen und Ehrenurkunden, sowie die als Wander-⸗ preise gestifteten Klassenwimpel verliehen. Die Wettbewerbe dienten gleichzeitig als Reichsjugend⸗ wettkämpfe; 56 Schüler, die den gestellten Bedingungen entsprochen hatten, erhielten Ehrenurkunden des Herrn Reichspräsidenten.
Der Spielbetrieb litt noch mehr als das Turnen unter der Ungunst der Verhältnisse, da Spielabteilungen von 00 und mehr Schülern gebildet werden mußten. Auch die große Zahl der auswärtigen Schüler, für die wegen ungünstiger Lage der Eisenbahnzüge besondere Abteilungen zusammenzustellen waren, wirkte erschwerend. Bei ungünstiger Witterung sollte nach ministrieller Bestimmung in der Halle Geräteturnen stattfinden, doch bietet unsere Turnhalle nur für 50 Schüler Raum.
Im Vordergrund stand wieder das Schlagballspiel, das in den Ober⸗ und Mittelklassen fleißig geübt wurde. Daneben wurden hauptsächlich Kugelstoßen, Diskuswerfen, Laufen, Stabhochspringen u. a. m. betrieben. Die aus den besten Spielern bestehende Schlagballmannschaft nahm an den vom Philologenverband veranstalteten Wettkämpfen teil, kam aber nicht in die Schlußrunde hinein. Ein Freundschaftsspiel mit der Mannschaft des Landerziehungsheimes Bieberstein kam leider des schlechten Wetters wegen nicht zum Austrag, ein anderes gegen das Gymnasium zu Fulda endete mit einem Siege unserer Schüler.
Auch dem Schwimmen wurde besondere Sorgfalt gewidmet. Von der berechtigten Forderung ausgehend, daß kein Schüler die Anstalt verlassen darf, der nicht Freischwimmer ist, wurde im Berichtsjahre der pflichtmäßige Schwimmunterricht für alle Schüler der Quarta eingeführt. Lehrer waren Studienrat Rudolph und Hausmeister i. R. Herwig. Dem eigentlichen Unterricht ging ein Lehrgang in Trodkenschwimmen voraus, der während der kalten Jahreszeit in der Halle abgehalten wurde. Leider hinderte die schlechte Witterung oft die regelmäßige Abhaltung der Schwimmstunden und vereitelte auch das beabsichtigte Schwimmfest. Immerhin konnten sich 50 von 04 Schwimm- schülern freischwimmen.
4. Werkunterricht.
Ostern 1924 wurde am Gymnasium ein Buchbinderkursus eingerichtet. Die stark beschädigten Bücher und Karten der Anstalt, dazu die Unmöglichkeit, sie mit den geringen damals zur Verfügung stehenden Mitteln wieder herzustellen, ließen zur Selbsthilfe greifen. Mit der zunehmenden Ver⸗ mehrung der etatmäßigen Mittel traten diese praktische Aufgaben mehr zurück, und das Ziel wurde nunmehr, die Teilnehmer so zu fördern, daß sie selbständig ein Buch sauber und geschmadkvoll


