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und Vaterlandslieder. Zur Uebung im rhythmischen, melodischen und harmonischen Hõren diente das Tondiktat. Die Schüler der IV bis Ol, soweit sie gesangsfähig waren, bildeten zwei Abteilungen; OIL-OlI umfaßten einen Männerchor, UIl bis IV einen 3— 4stimmigen Knabenchor. Beide Ab⸗ teilungen zusammen übten in einer Stunde wöchentlich als großer gemischter Chor. Gesungen wurden mehrstimmige Lieder kirchlichen und weltlichen Inhalts, daneben Chorwerke, die mit oder ohne Instrumentalbegleitung bei Schulfeiern und beim Hausmusikabend zum Vortrag gelangten. Der diesjährige Hausmusikabend bot„alte und neue Weihnachtsmusik“ in Chor⸗ und Einzelgesängen und in Instrumentalvorträgen. Im Anschluß an die Einübung der Chorwerke wurden den Schülern theoretische Belehrungen, auch einiges aus der Musikgeschichte und der musikalischen Formenlehre mitgeteilt. Neben dem großen Chor bestand ein kleiner a capella⸗Chor, dem die besten Sänger der Schule angehörten. Gepflegt wurde hier das alte geistliche Lied und das alte und neue Volkslied. Die nicht stimmbegabten Schüler wurden in 3 Abteilungen in je 1 Wochenstunde in der Musik⸗ theorie und Musikgeschichte unterrichtet. Leichte Volkslieder und Chorãäle dienten als Uebungsstoff. Diese Abteilungen umfassen die Klassen O— OlII, UII— OIIl und UIII—IV. Das Musikdiktat wurde fortgesetzt. In einer Intrumentalstunde vereinigten sich die Schüler, die Violine, Laute und Klavier spielen; geübt wurde alte Musik von Bach und Händel, Kompositionen von Mozart, Schubert und Reger. Durch unterrichtliche Vorbereitung und nachherige Besprechung öffentlicher Konzerte, die den Schülern gegen geringes Eintrittsgeld zugänglich waren, erfuhr die Schulmusikpflege eine wesentliche Erweiterung. 2. Kunstuntericht.
Nach den neuen Lehrplänen findet seit Ostern 1925 in allen Klassen Zeichenunterricht statt. Das Ziel desselben ist jetzt die Entwicklung der Fähigkeit bildhaft zu gestalten, dagegen tritt das technische Können in den Hintergrund. Xusdrucksmittel für die Bildgedanken sind auf allen Stufen Bleistift, Kohle, Buntstift, Buntpapier, Wasserfarbe, Plastilin und Linolschnitt. Als Stoffe dienten auf der Unterstufe Märchen, Sagen, eigene Erlebnisse, gedächtnismäßige Wiedergabe von einfachen Gegenständen, Blättern, Schmetterlingen usw. Auf der Mittel⸗ u. Oberstufe wurde auch perspektivisches Zeichnen von Gebãudeteilen und Straßenbildern, sowie Flächenteilungen und Ornamententwürfe geübt.
Kunstbetrachtung fand auf allen Stufen statt. In VI u. V wurden Bilder von Ludw. Richter besprochen, in den Mittel⸗ und Oberklassen auch Werke alter niederländischer und italienischer Meister. Von Besichtigungen der Casseler Galerien mußte leider der Kosten wegen Abstand genommen werden.
3. Turnen, Sport und Schwimmen.
Einem geordneten Turnbetrieb stand wie im Vorjahre der Mangel an Fachlehrern und die zu große Schülerzahl einzelner Turnabteilungen im Wege. Es wurde versucht, dem ersten Uebel⸗ stande dadurch abzuhelfen, daß einigen Turnlehrern die Beteiligung an Fortbildungskursen ermöglicht wurde, die in Wiesbaden und in Hersfeld stattfanden. Weiter suchten wir den Lehrern Unterstützung durch gut ausgebildete Vorturner zu verschaffen, zu deren Fortbildung Herr stud. rer. gym. Strauss von der Hochschule für Leibesübungen herangezogen wurde. Zweck dieses Lehrganges war außerdem die Lehrer und Schüler mit den Grundsätzen der neuesten Körperschulung in Theorie und Praxis bekannt zu machen.
Von großer Wichtigkeit für die Entwicklung des Turnens war die Fertigstellung der neuen offenen Turnhalle, der„Bergehalle“, über deren Einweihung S. 21 berichtet wird.


