Jahrgang 
1924
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für die ersten Bücherankäufe zusammenbrachten; dadurch wurde es ermöglicht, den Eltern aus dem verarmten Mittelstande die Kosten für das Studium ihrer Söhne zu erleichtern. Gegen eine Eintrittsgebühr von 15 Mk. kann ein Schüler während seiner Gymnasialzeit sämtliche Schul⸗ bücher leihweise aus der Bücherei entnehmen. Mittellosen, begabten Schülern kann diese Vergünstigung auch ohne Eintrittsgeld gewährt werden. Seitdem Staatsmittel(7 ⁄2% des Schulgeldaufkommens s. oben) zur Verfügung stehen, können wir weitgehend den minderbemittelten Schülern Hiilfe leisten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Benutzer 216, denen rund 2600 Bücher ausgehändigt sind. Außerdem ist ein Bücher⸗Reservebestand zum Ersatz für verbrauchte Bücher und für die im Laufe des Schuljahres eintretenden Schüler vorhanden. Die wachsende Zahl der Benutzer der Bücherei beweist, daß die Einrichtung zeitgemäß ist und den Beifall der Eltern gefunden hat.

Die Schaffung der Leihbücherei ist auch nicht ohne pädagogische Bedeutung: zunächst haben die Schüler in der Lektüre dieselbe Ausgabe in den Händen, ferner wird dem Bücherhandel unter den Schülern das Handwerk gelegt und schließlich werden diese selbst zur sorgfältigen Behandlung ihrer Bücher und damit zur Ordnung angeleitet.

Die an der Anstalt befindlichen Stiftungen sind durch die Geldentwertung zu nichts geworden. Das gilt sowohl von der vom Begründer der Anstalt, Abt Michael, errichteten Freitischstiftung, als auch von den zahlreichen Stipendien, über die die Schule früher verfügte. Um das Andenken an diese segensreichen Einrichtungen lebendig zu erhalten, werden sie in folgendem aufgeführt:

1. Das Molitorsche Benefizium, gestiftet 1571 von Abt Michael; es betrug jährlich 150 Mk. und war für die Nachkommen des ehem. Stiftspfarrers Molitor(Molter) bestimmt.

2. Das Schimmelpfengsche Benefizium, Familienstiftung errichtet 1672 von Conrektor G. Schimmelpfeng. Betrag 12,19 Mk.

3. Die Münscherstiftung, begründet 1867 gelegentlich des 50jährigen Dienstjubiläums des Direktors Dr. W. Münscher von seinen Freunden und Schülern. jJährlicher Betrag zuletzt 120 Mk.

4. Die neue Freitischstiftung, errichtet gelegentlich der 30OOjährigen jubelfeier der Anstalt 1870 zur Vermehrung der vorhandenen 40 Freitischstellen.

5. Die Dudenstiftung, begründet 1905 beim Ausscheiden des Direktors Dr. K. Duden aus dem Amte. Betrag zuletzt 150 Mk. jährlich.

6. Die Fritz Webert⸗Stiftung, errichtet 1918 von dem Buchhändler A. Webert zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn, den Untertertianer Fritz Webert. Betrag jährlich 100 Mk.

7. Die Klippert⸗Stiftung, begründet 1918 von ehemaligen Schülern anläßlich des 50jährigen Dienstjubiläums des Lehrers der Anstalt, Geh. Rat Dr. Klippert. Betrag zuletzt 250 Mk. jährlich.

8. Karl⸗Elise Gonnermann⸗Stiftung, errichtet 1922 bei der Einweihung der Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Lehrer und Schüler der Anstalt von dem Rektor Gonnermann zum Andenken an seinen Sohn. Betrag 50 Mk. jährlich.

Die einzige Stiftung, die heute noch ihren alten Wert hat, ist das

9. Städtische Stipendium, das vom Magistrat der Stadt Hersfeld bei der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes 1910 gestiftet wurde. Durch dasselbe wird einem bedürftigen und würdigen, in Hersfeld beheimateten Schüler Freischule gewährt.