Jahrgang 
1905
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weis zu geben, daß sie wissen, was sie an ihm gehabt haben und was sie an ihm verlieren. Sie baten um die Erlaubnis, ihm ihre Huldigung in Form eines Fackelzuges darbringen zu dürfen, und da ich mich auf ihre gute Disziplin glaubte verlassen zu können, so wurde die Er- laubnis gern gegeben. In der Tat verlief dann auch der Fackelzug, der ebenfalls am 28. No- vember stattfand, in musterhafter Ordnung. Er bildete den schönen und glänzenden Abschluß der Abschiedsfeierlichkeiten. Nachdem der Primus omnium vor der lautlos harrenden Menge der Schiiler und Zuschauer dem geliebten Lehrer warme Worte des Dankes zugerufen, nahm dieser in einer weithin vernehmbaren Ansprache an seine lieben Schüler mit inhaltvollen und von warmer Empfindung zeugenden Worten Abschied von der ihm so sehr ans Herz gewachsenen Hersfelder Jugend, und jubelnd stimmte diese und mit ihr alle Anwesenden ein in das SchlußwortHoch lebe das Hersfelder Gymnasium!

Der Name Hafner wird in der- Geschichte des Hersfelder Gymnasiums stets mit Ehren genannt werden. Unsre wärmsten Wünsche begleiten den scheidenden Kollegen in sein neues Amt.

UÜber den äußern Lebensgang des nunmehrigen Direktors Professor Hafner ist in dem Jahresbericht von 1879 das Erforderliche angeführt worden.

Welche Schwierigkeiten die Ersetzung des Professors Hafner namentlich im Un- terricht der Oberprimaner machte, ist oben schon angedeutet worden. Doch muß ich es noch ausdrücklich mit größter Anerkennung hervorheben, daß es dank der in unserem Kollegium herrschenden Opferwilligkeit gelungen ist, den Unterricht in der Oberprima so zu gestalten, daß das Ergebnis der Prüfung als ein höchst erfreuliches bezeichnet werden darf. Oberlehrer Wassermeier übernahm in Oberprima den Unterricht und weiterhin die Prüfung in der Geschichte, Oberlehrer Dehnhardt den Unterricht und die Prüfung im Lateinischen. Über die neue Verschiebung in der Verteilung des Unterrichts, die durch den Eintritt des Seminarkandidaten Dr. Kappus an die Stelle des ausscheidenden Professors Hafner nötig wurden, gibt der an zweiter Stelle abgedruckte Unterrichtsverteilungsplan es ist der vierte im Winterhalbjahr genügenden Aufschluß.

Die beiden folgenden Monate verliefen ohne weitere Störung des Unterrichts.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde wie immer in festlicher Weise begangen. Die Gymnasiastenkapelle führte am Vorabend den Zapfenstreich aus und eröffnete den Festtag mit dem Weckruf. Im Anschluß an den Gottesdienst fand unter lebhafter Beteiligung der Bürgerschaft in der Aula die öffentliche Feier statt, bei der Professor Winchenbach die Festrede hielt. Am Abend wurde für die Schüler der Ober- und Unterprima sowie der Obersekunda in der festlich geschmückten Turnhalle eine Feier veranstaltet, an der sich fast alle Lehrer und eine Anzahl von Vätern unserer Schüler und sonstiger Freunde der Anstalt beteiligten.

Bemerkt sei noch, daß ein von Sr. Majestät dem Kaiser als Geschenk für einen besonders guten Schüler aus den mittleren Klassen bestimmtes Buch,Deutsche Schiff- fahrt in Wort und Bild von J. Bohrdt, dem Primus der II 2 a Wilhelm Heerdt zuerkannt und von dem Unterzeichneten überreicht wurde.

Hier sei noch erwähnt, daß auch der Geburts- und Todestag Kaiser Wilhelms I.