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Über den äußern Lebensgang des Verstorbenen bis zum Beginn seiner Wirksam- keit am hiesigen Gymnasium ist noch kurz folgendes zu berichten.
Friedrich Wilhelm Burhenne war geboren am 8. Dezember 1847 in Ermschwerdt, Kreis Witzen- hausen. In der Schule seines Vaters, der zuletzt Lehrer und Kantor in Hombressen war, vorgebildet, besuchte er von 1865 bis 1868 das Schullehrerseminar in Homberg. Von da an war er 10 Jahre lang teils als Volksschullehrer, teils als Elementar- lehrer an höheren Lehranstalten tätig, unausgesetzt mit dem Studium der neueren Sprachen beschäftigt und immer sein Ziel im Auge behaltend. Nachdem er die erste Prüfung für das höhere Lehramt bestanden hatte, legte er vom Herbst 1880 bis dahin 1881 am Realgymnasium in Wiesbaden das Probejahr ab, blieb dortselbst bis zu Ostern 1882 als Wissenschaftlicher Hülfslehrer und wurde dann in derselben Eigenschaft nach Hersfeld versetzt. Erwähnt sei noch, daß er auch, nachdem er sein Ziel erreicht hatte, nicht aufhörte, sich wissenschaftlich zu beschäftigen. Davon zeugen mehrere Abhandlungen über didaktische Fragen in wissenschaftlichen Zeitschriften und vor allem die im Jahre 1889 dem Programm unseres Gymnasiums beigegebene wissenschaftliche Abhandlung:»Das mittelenglische Gedicht:»Stans puer ad mensam«.
Am 14. November gedachte Oberlehrer Dehnhardt bei der gemeinsamen Morgenandacht in der Aula der Bedeutung des vorhergehenden Tages, an dem vor 300 Jahren in Marburg Philipp der Großmütige geboren wurde, dem unser Ilessen- land die Einführung der Reformation verdankt.
Am 30 November schied aus seinem Amte der Oberlehrer Professor Hafn er, um dem ehrenvollen Rufe zur Übernahme des Direktorats des Gymnasiums mit Real- schule in Höchst a/M. zu folgen. Im Interesse unserer Anstalt, die ohnehin, wie oben berichtet, in diesem Halbjahr schon so ernste Störungen des Unterrichts erfahren mußte, hätte es gelegen, daß Professor Hafner erst am Schlusse des laufenden Halbjahrs seine hiesige Stellung verlassen hätte. Allein zwingende Gründe standen dem entgegen, und so mußten wir es denn über uns ergehen lassen, daß der ohnehin schon so schwere Ver- lust uns zu einer Zeit traf, wo wir nach den oben geschilderten Verhältnissen der Mitar- beit des Scheidenden am wenigsten entbehren konnten. Doch hier sind nur die Tatsachen zu berichten.
Im Auftrage des Königlichen Provinzialschulkollegiums hatte der Unterzeichnete den Professor Hafner aus seiner bisherigen Stellung zu entlassen. Dies geschah in einer Versammlung der ganzen Schulgemeinde im Anschluß an die gemeinsame Morgenandacht in der Aula am 28. November. Mit der Entlassung verband er den Ausdruck schmerz- lichen Bedauerns über die notwendige Trennung, des aufrichtigsten Dankes für alles, was der Scheidende während seiner achtundzwanzigjährigen Wirksamkeit der Anstalt ge- leistet habe, und knüpfte daran die wärmsten Wünsche für eine gesegnete Tätigkeit des neuen Direktors auf dem ihm nunmehr zugewiesenen größeren Arbeitsfelde. Mit wenigen bewegten Worten nahm dann der Scheidende Abschied von der versammelten Schulge- meinde. Das Lehrerkollegium hatte schon zwei Tage vorher bei einer Abschiedsfeier dem Scheidenden ausgesprochen, welche Gesinnungen gegen ihn bei seinen bisherigen Kollegen herrschen. Es hatte aber gewünscht, daß ihn auch ein sichtbares Zeichen seiner Anhäng- lichkeit an ihn nach Höchst begleite. Als solches überreichten wir ihm nach seiner Ent- lassung zum Schmucke der neuen Heimat eine Standuhr mit dem herzlichen Wunsch, daß sie ihm und den Seinigen recht viele glückliche Stunden schlagen möge.
Wie die Kollegen, so hatten auch die Schüler der oberen Klassen, die sich seines Unterrichts erfreut hatten, das Bedürfnis, ihrem verehrton scheidenden Lehrer einen Be-


