Am 18. Oktober gedachte Oberlehrer Dr. Stamm in einer festlichen Ansprache der Verdienste Kaiser Friedrichs III.
Am 31. November wurde an 20 Schüler der oberen Klassen je ein Exemplar der Festschrift über die Erneuerung der Schloßkirche bezw. der Festurkunde über die Ein- weihung der erneuten Schloßkirche in Wittenberg, die durch Se. Exzellenz den Herrn Minister der Anstalt als Geschenk überwiesen waren, von dem Direktor ausgehändigt.
Am 10. Dezember wurde bei der gemeinschaftlichen Morgenandacht von Oberlehrer Dr. Heermann der Verdienste Gustav Adolfs um Deutschland und um die protestantische Kirche Erwähnung gethan.
Am 26. Januar fand in der Aula des Gymnasiums zur Vorfeier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs ein Festaktus statt, bei dem Oberlehrer Stern die Festrede hielt. Unter den Vorführungen der Schüler verdienen„Der Sang an Agir“ und die 6 altniederländischen Volkslieder, bearbeitet von Kremser, deren verbindenden Text der Oberprimaner Völker sprach, besondere Erwähnung.
Am Abend des Tages führte die Gymnasiastenkapelle einen Zapfenstreich aus, an den sich ein Festtrunk der Schüler der oberen Klassen anschloß. Am 27. leitete der Weckruf der Gymnasiasten den Festtag ein.
Am 21. Februar wurde in der Aula des Gymnasiums eine Abendunterhaltung ver- anstaltet, bei der Schillers Lied von der Glocke in der Komposition von Andreas Rom- berg vorgetragen wurde. Die zahlreich erschienenen Zuhörer spendeten den Leistungen unserer Schüler lebhaften Beifall. Der Ertrag wurde z. T. dem hiesigen Verein gegen Verarmung und Bettelei, z. T. dem Freitischfonds(vgl. VI a. E.) überwiesen.
Am 9. März hielt Oberlehrer Dr. Sänger und am 22. März Oberlehrer Dr. Heer- mann die Ansprache an die versammelte Schulgemeinde zum Andenken an Kaiser Wilhelm I.
Gegen Ende des Schuljahrs verlor die Anstalt durch den Tod einen tüchtigen und liebenswürdigen Schüler. Der Obersekundaner Wilhelm Jungk, Sohn des Lehrers Jungk in Weidenhausen, wurde in seiner Heimat am 15. März von einem langen und schweren Leiden erlöst. Eine Abordnung von 3 Obersekundanern überbrachte einen Schmuck für seine letzte Ruhestätte.
Am 20. März fand unter dem Vorsitz des Unterzeichneten am Gymnasium, am 21. am Realprogymnasium die Reifeprüfung statt.
Am 22. März wurden die Abiturienten vor der versammelten Schulgemeinde von dem Direktor entlassen.
Mit dem Schluß des Schuljahres verläßt uns Oberlehrer Cornelius, um eine Oberlehrerstelle in Dillenburg anzutreten. Wir verlieren an ihm einen Lehrer von vielseitiger Bildung und außergewöhnlicher Arbeitskraft. Die großen Dienste, die er während der 13 Jahre von O0stern 1882 bis jetzt der Anstalt geleistet hat, und die Freundlichkeit, mit der er stets zur Übernahme neuer Arbeit und zur Vertretung kranker Kollegen bereit war, sichern ihm an unserer Anstalt ein dauerndes und dankbares Andenken.


