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einer Ansprache des Oberprimaners Pfankuch einen kostbaren silbernen Becher als Ehren- gabe aller Schüler. In seiner Antwort hob der Direktor hervor, daß er die schöne und kostbare Gabe gern entgegennehme, weil er bei dem an der Anstalt herrschenden Geiste annehmen dürfe, daß sie wirklich ein Zeichen der Dankbarkeit und der Liebe sein solle.
Nachdem dann der Schülerchor das Jubiläumslied von Rundnagel vorgetragen hatte, folgten die Beglückwünschungen durch Vertreter auswärtiger Anstalten, die Glück- wunschschreiben, Votivtafeln und Adressen überbrachten, sowie die Vorlesung einer Anzahl der von auswärtigen Anstalten eingegangenen Votivtafeln und Schreiben.
Daran schlossen sich die Ansprachen der Herren Vertreter der Geistlichkeit, Su- perintendent Dr. Vial, der Bürgerschaft, Bürgermeister Braun und Ausschußvorsteher Münstermann, des Kreises, Landrat Geheimrat von Schleinitz, der städtischen Schulen, Rektor Bachmann. Die Ansprachen wurden einzeln von dem Direktor be- antwortet.
Ein Festgesang schloß die für alle Teilnehmer, besonders für den Unterzeichneten unvergeßliche Feier.
Um 2 Uhr fand ein Festessen statt, an dem außer dem Lehrerkollegium und den von auswärts erschienenen Gästen, früheren Kollegen und Schülern des Direktors, eine große Anzahl von Bürgern aus allen Kreisen der Stadt sowie die hier anwesenden Offiziere der Kriegsschule teilnahmen.
Den Tag beschloß ein Kommers der Schüler, der durch die Anwesenheit sämt- licher Damen des Lehrerkollegiums ein besonders festliches Gepräge erhielt.
Der Unterzeichnete erlaubt sich, auch an dieser Stelle noch einmal für alle ihm zu teil gewordenen Ehrungen, die zahlreichen Beweise der Anerkennung von seiten seiner Vorgesetzten und seiner Mitarbeiter, der Liebe und Dankbarkeit von seiten seiner frü- heren und jetzigen Schüler herzlichen Dank auszusprechen.
Am 15. Juni wurde in einer Ansprache des Oberlehrers TDiemann an die ver- sammelte Schulgemeinde des Heimgangs weiland Kaiser Friedrichs III. gedacht.
Die Sommerferien dauerten vom 1. bis einschließlich den 30. Juli.
Da der 2. September auf einen Sonntag fiel, so wurde die Schulfeier des Sedan- tages auf den l. September verlegt. An dem Festaktus in der Aula, bei welchem der Oberprimaner Tromp über die Hauptpunkte des Deutsch- französischen Krieges sprach, beteiligte sich die Bürgerschaft wie immer auch dies Jahr sehr zahlreich. Am Nach- mittage zog die ganze Schule unter den Klängen der Gymnasiastenkapelle über den Weh- neberg und Mannsdriesch zu dem Wolffschen Felsenkeller, wo sich alsbald ein fröhliches Treiben entwickelte. Unter Spiel und Gesang ging die Zeit schnell dahin, und um 7 Uhr wurde der Rückmarsch angetreten. Gegen 9 Uhr führte die Gymnasiastenkapelle den Zapfen- streich aus und am andern Morgen ließ sie den Weckruf durch die Straßen der Stadt erschallen.
Am 6. September fand unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialschulrats Geheimrat Dr. Lahmeyer die mündliche Reifeprüfung statt.
Das Wintersemester begann am 8. Oktober mit der Aufnahmeprüfung.


