Jahrgang 
1895
Einzelbild herunterladen

26

deren Befolgung verpflichtet. Im Anschluß daran wurden die neu eintretenden Wissen- schaftlichen Hülfslehrer Dr. Schäfer und Stemmler in ihr Amt eingeführt und durch Handschlag verpflichtet. UÜber ihren Lebensgang teilen dieselben folgendes mit:

Philipp Schäfer, geb. den 9. Mai 1863 zu Mainz, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, widmete sich auf den Universitäten zu Gießen, Berlin und Marburg dem Studium der alten Sprachen, der alten Geschichte und des Deutschen. Nachdem er die facultas docendi in diesen Fächern erworben, legte er sein Probejahr am Kgl. Friedrichs-Gymnasium zu Kassel ab(Ostern 1886 87), an dem er sodann noch ein halbes Jahr als Hülfslehrer blieb. Während dieser ganzen Zeit war er Mitglied des Kgl. pädagogischen Sewinars daselbst. Nachdem er von Herbst 1887 bis Ostern des folgenden Jahres als Lehrer an dem Henkel- schen Institut zu Melsungen thätig gewesen, war er nacheinander Wissenschaftlicher Hülfslehrer an den Kgl. Gymnasien zu Hadamar, Fulda, Wiesbaden(hier auch an dem Kgl. Real-Gymnasium) und zuletzt wieder zu Fulda. Ostern 1894 wurde er als Wissenschaftlicher Hülfslehrer an das Gymnasium zu Hersfeld versetat. Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 28. Februar wurde er in derselben Eigenschaft an das Gymnasium zu Marburg berufen. Juli 1893 hat er zu Erlangen die Doktorwürde bei der philosophischen Fakultät erworben.

Stemmler, Jakob, geb. den 2. Februar 1862 in Montabaur, besuchte daselbst das Gymnasium bis zum Herbst 1881 und studierte sodann in Münster klassische Philologie. Dort bestand er auch am 11. Februar 1886 die Prüfung pro fac. doc. Von Ostern 18861887 absolvierte er dus pädagogische Probejahr am Gym- nasium zu Montabaur und blieb dort bis Herbst 1888 als Hülfslehrer. Von Herbst 1888 bis Herbst 1892 war er Hülſslehrer am Realprogymnasium und Progymnasium in Höchst a/Main, vom 1. Oktober 1892 bis Ostern 1894 am Gymnasium in Weilburg. Von da wurde er am 1. April 1894 in derselben Eigenschaft an das hiesige Gymnasium versetzt.

Kurz nach Anfang des Schuljahrs trat Dr. Altenburg als unbesoldeter Wissen-

schaftlicher Hülfslehrer in die Anstalt ein.

Der 19. April war für die Anstalt ein Festtag. Das Lehrerkollegium hatte in Er- fahrung gebracht, daß der unterzeichnete Direktor vor 25 Jahren am 19. April in das Amt eines Gymnasialdirektors eingeführt worden war, und wollte sich's nicht nehmen lassen, diesen Tag nicht nur für den Unterzeichneten und dessen Familie, sondern für die ganze Anstalt zu einem besonders festlichen zu gestalten. Am Vorabend brachten die Schüler der Anstalt dem Direktor einen glänzenden Fackelzug. Am 19. fand in der Aula, deren Eingang festlich geschmückt war, unter lebhafter Beteiligung der Behörden und Bürgerschaft ein Festaktus statt, der den Mittelpunkt der ganzen Feier bildete. Zum Beginn der Feier stimmten die Schüler das Hallelujah von Händel an. Sodann ergriff der Prorektor Professor Dr. Schmidt das Wort, um in längerer Rede das Wirken des Jubi- lars zu schildern und ihm die wärmsten und herzlichsten Glückwünsche des Lehrerkolle- giums auszusprechen. Der Direktor antwortete, indem er hervorhob, daß es leicht und eine Freude sei, einem Lehrerkollegium vorzustehen, das wie das Hersfelder seit lange den Ruhm habe und verdiene, in einmütigem Erfüllen seiner Pflicht, in einträchtigem Zusammenwirken aller seine Aufgabe zu sehen. Sodann überreichte Professor Dr. Klippert ein herrliches Geschenk in dem großen Burgerschen Kupferstich der Aurora von Guido Reni als Festgabe des Kollegiums. Überrascht und ergriffen von dem An- blick des in wirkungsvoller Weise aufgestellten und bei den Worten des Professors Dr. Klippert enthüllten schönen Kunstwerkes dankte der Direktor in bewegten Worten.

Darauf trat eine Abordnung von Schülern aller Klassen vor und überreichte mit