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einzelner Klaſſen ließen unſere Räumlichkeiten weitere Vereinigungen als die aus S. 10 erſichtlichen gar nicht zu. Wenn ſchon im Berichtsjahr 1915/16 der Zugang zu unſerer Schule trotz des Krieges nur wenig nachgelaſſen hatte, ſo hat er im vergangenen Jahre ſeine frühere höhe wieder voll erreicht; es fanden in ihm 64 Hufnahmen ſtatt und es waren alle Klaſſen ſtark, teilweiſe ſogar ſehr ſtark be⸗ ſucht. Der Krieg mag wohl das Verſtändnis für den Wert einer guten Schulbildung in immer weitere Kreiſe getragen, es mag aber auch die Kusſicht auf den doch einmal wiederkehrenden Frieden in vielen Ldeei dir Hoffnung auf ein beſſeres DVorwärtskommen ihrer Kinder bei tüchtiger Grundlage neu be⸗ lebt haben.
Mit unſerem erſten Schultag, dem 1. Mai, fiel die Einführung der ſogenannten„Sommerzeit“ zuſammen. Die Vorverlegung der Zeit um 1 Stunde hat nach unſeren Beobachtungen die Geſundheits⸗ verhältniſſe der Jugend in keiner Weiſe nachteilig beeinflußt. Bei unſerem geſunden Rlima kommen Er⸗ krankungen und Schulverſäumniſſe erfreulicherweiſe verhältnismäßig ſelten vor, ſie traten auch jetzt nicht häufiger auf.
2. Durch Verfügung des ſtellvertretenden Generalkommandos vom 4. Dezember 1916 wurde herr profeſſor Rupp, der ſeither als Leutnant der Landwehr im Felde geſtanden hatte, bis zum 31. März 1917 zur Derwendung an unſerer Anſtalt entlaſſen. Er wurde zunächſt noch für einige Tage be⸗ urlaubt, kehrte alsbald hierher zurück und übernahm nach den Weihnachtsferien ſeinen Dienſt wieder vollſtändig. 3u Beginn dieſer Ferien wurde uns dann auch herr Uſſeſſor Benke wieder ge⸗ nommen; noch ehe er zu einer anderen Derwendung kommen konnte, wurde er von neuem zum heeres⸗ dienſt einberufen zum 15. Januar 1917). Während der Weihnachtsferien ſchied der zum pfarrer in heßloch ernannte herr Benefiziat Edelbauer von uns, er wurde erſetzt durch ſeinen Nachfolger, herrn Benefiziaten Kindhäuſer. m 2. Februar erkrankte herr profeſſor hoffmann, mit ſeiner Ver⸗ petung wurde alsbald Herr Lehramtsreferendar Weitzel beauftragt. Er trat am 19. Februar ſeinen Dienſt an.
3. Fu Beginn des Schuljahres beſtand unſere Oberprima aus 15 Schülern und Schülerinnen. Kuf Grund der Verfügungen Großh. Miniſteriums wurden in ihm zwei Rriegsreifeprüfungen und die ordentliche Reifeprüfung abgehalten. n jeder der beiden Kriegsreifeprüfungen beteiligten ſich drei, an der Reifeprüfung neun Prüflinge, darunter zwei Mädchen. Die ſchriftlichen Arbeiten der erſten Kriegs⸗ reifeprüfung wurden im Mai, die der zweiten im Rovember, die der Reifeprüfung im Januar ange⸗ fertigt. Don den mündlichen Prüfungen konnten im ganzen 10 prüflinge befreit werden(von jeder Kriegsreifeprüfung zwei, von der Reifeprüfung ſechs). Während die mündlichen Uriegsreifungenjedes⸗ mal nach Vorlage des Geſtellungsbefehls abgehalten wurden, fand die mündliche Reifeprüfung am 30. Januar ſtatt. Bei all dieſen Prüfungen waren dem Unterzeichneten die Obliegenheiten des Regie⸗ rungsvertreters übertragen worden.
4. Die Allerhöchſten Geburtstage Sr. Kgl. hoheit des Großherzogs und Sr. Majeſtät des Kaiſers wurden, wie üblich, in feſtlicher Weiſe begangen. Zur Verſchönerung der Feiern hatte ſich unter Leitung des herrn Reallehrer Schmitt wieder eine kleine Kapelle zuſammen⸗ gefunden. Es gehörten ihr an: Tilla Guntrum, Marie Langermann, plaß Ja, Eichrodt, Geuter, hof⸗ mann Ib, Wolf und Frieß IIb. Hn Großherzogs Geburtstag ſprach unter hinweis auf eine von ihm ſelbſt gezeichnete Tafel herr Oberlehrer Friedrich über„Deutſche Kriegsgefangenenlager“, an Kaiſers Ge⸗ burtstag Herr Profeſſor Rupp über„Das Landſturm⸗Infanterie⸗Bataillon heppenheim in Frankreich“. Da herr Friedrich während ſeiner Einberufung ſelbſt längere Seit im Kriegsgefangenenlager in Darm⸗ ſtadt tätig war und Hherr Rupp als Leutnant d. L. mit jenem Bataillon beinahe ein Jahr in Frank⸗ reich ſtand, kannten beide Redner die Verhältniſſe aus eigener Anſchauung. Sie wußten denn auch durch die Lebendigkeit ihrer Schilderungen die Zuhörer in ganz beſonderem Maße zu feſſeln. Die Feier des 25jährigen Regierungsjubiläum unſeres Landesfürſten fand am 14. März ſtatt. Rach Vortrag eines Muſikſtücks und einiger Gedichte durch die Schüler pries herr Prof. Dr. ilch in beredten Worten die edle Geſinnung unſeres allverehrten Großherzogs und ſeine fürſorgende Tätigkeit auf faſt allen Gebieten; er hob dabei hervor, wie der hochſinnige Fürſt zahlreiche Anregungen gegeben habe, die in unſerem engeren Vaterland und vielfach über deſſen Grenzen hinaus die ſegensreichſten Früchte ge⸗ tragen haben. Daran ſchloß ſich dann die Verteilung des Bildes, das unſer Großherzog der Schuljugend heſſens zum 13. März 1917 geſtiftet hatte.
Bei all dieſen Feierlichkeiten hatten unſere Schülerinnen mit vielem Geſchick und Geſchmack den Feſtſaal geſchmückt..
5. Der Jugendwehr gehörten alle einheimiſchen Schüler entſprechenden lters mit ganz wenigen,


