Jahrgang 
1917
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III. Zur Geſchichte der Anſtalt.

1. Unerſchüttert blieb auch im Berichtsjahr 1916/17, dem dritten Kriegsjahr, bei alt und jung das Vertrauen auf unſern weitblickenden Kaiſer und ſeine treuen Berater, felſenfeſt die Zuverſicht auf den endgiltigen Sieg unſerer gerechten Sache. Mit Begeiſterung wurden die Taten unſerer helden zu Waſſer und zu Lande verfolgt und heller Jubel brach aus, als der mächtige Klang der Glocken die Siege im Skagerak, am Urgoſul und die Einnahme Bukareſts verkündeten. An dieſen Tagen wurde dann auch alsbald nach dem Eintreffen einer zuverläſſigen Nachricht die Schule geſchloſſen(am 3. Juni nach der zweiten, am 5. Dezember nach der vierten und am 7. Dezember nach der erſten Stunde). Der Sieg in der Seeſchlacht wurde vorher in den einzelnen Klaſſen gefeiert, während am Tag von Buhareſt herr profeſſor Dr. Silch vor der verſammelten Schule im hHofe das Wort ergriff. Vaterländiſche Geſänge umrahmten ſeine zündende Anſprache. Die Nachricht vom Krgoſul traf ſo ſpät ein, daß zu einer derartigen Veranſtaltung keine Zeit mehr blieb.

Zur Kriegsreifeprüfung wurden in dieſem Jahre nicht mehr Kriegsfreiwillige, ſondern nur ſolche Oberprimaner zugelaſſen, die als Fahnenjunker oder als Wehrpflichtige in den heeresdienſt eintraten. Ebenſo wenig durfte Kriegsfreiwilligen vorzeitig die Reife für die nächſt höhere Klaſſe zugeſprochen werden. Gemäß den Verfügungen Großh. Miniſteriums wurden dann zwei Kriegsreifeprüfungen ab⸗ gehalten bergl. S. 12). Es hatten ſich dazu ſechs Oberprimaner eingefunden, die alle mit der Beſchei⸗ nigung über die beſtandene Prüfung, dem Ruf zur Fahne Folge leiſten konnten.

Was wir von unſern ſeit Kriegsbeginn ausgerückten Schülern erfahren konnten, haben wir S. 6 8 zuſammengeſtellt. Kuch die zu hHauſe gebliebene Jugend fand wieder mancherlei Gelegenheit, ihre Rräfte in den Dienſt des Vaterlandes zu ſtellen. Der weit überwiegende Teil gehörte, ſoweit es das Klter erlaubte, der Jugendwehr an, zur Erntezeit wurde allerdings nur in vereinzelten Fällen um Urlaub zur Einbringung der Ernte nachgeſucht, wiederholt wurden ihre Dienſte als Mitglieder der frei⸗ willigen Sanitätskolonne in Anſpruch genommen; auch halfen einige Jungen bei den Beſtandsaufnahmen am 15. Februar und der Vorratserhebung am 1. März ihren Lehrern, die der Bürgermeiſterei ihre Mit⸗ hilfe zugeſagt und für einen großen Teil der Stadt die teilweiſe recht zeitraubenden Geſchäfte über⸗ nommen hatten.

Im übrigen waren ſie fleißige Sammler. Es wurden immer noch Goldſtücke im Werte von 560 Mark herrn Dr. Schnellbächer übergeben, der ſie zur Reichsbank brachte, im ganzen ſind jetzt 24 937 Mk. 90 pfg. eingegangen, Bucheckern wurden geleſen, und der Erlös von 30 Mk. 60 pfg. am 24. Januar 1517 dem hieſigen Zweigverein vom Roten Kreuz zugeführt. Schon vorher war dem heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz die dritte Kiſte mit Büchern überſandt und an die hier be⸗ findliche Sammelſtelle eine beträchtliche Menge alten Papiers abgeliefert worden. DemDVaterlands⸗ dank wurden zahlreiche Goldſachen geſpendet: die demnächſtige Lieferung der beſtellten Ringe iſt uns neuerdings in Kusſicht geſtellt worden. Und als es ſchließlich galt, der Verehrung für unſeren ge⸗ liebten Landesfürſten bei deſſen 25 jährigem Regierungsjubiläum einen greifbaren Ausdruck zu ver⸗ leihen, wollten unſere Schüler auch nicht zurückbleiben: für die Jubiläumsſtiftung, deren edler 3weck ja gewiß jedem zu hHerzen geht, brachten ſie die ſchöne Summe von 167 Mk. 20 Pfg. zuſammen; ſie wurde am 25. Februar 1917 an die Bürgermeiſterei zur Weiterbeförderung abgeliefert.

Zur vierten Kriegsanleihe ſind 4852 Mk. gezeichnet worden(4782 Mk. wurden am 22. März 1916 von herrn Dr. 5ilch in unſer Kriegsſparkaſſebuch eingezahlt, nachträglich kamen hierzu noch zwei Einzahlungen von 50 und 20 Mk.); auch die Kriegsſparkarten, wie ſie bei der fünften Kriegsanleihe zur Kusgabe gelangten, erfreuten ſich großer Beliebtheit: es wurden 389 Sparkarten im Geſamtbetrag Pon 3039 mk. gelöſt, ſo daß für beide Knleihen zuſammen von unſeren Schülern 7941 Mk. gezeichnet wurden.

Unter der großen Fahl von Oberlehrern, die im Felde ſtehen, befanden ſich auch zwei herren unſerer Anſtalt: die Herren Profeſſor Rupp und Dr. Gepp. Nur für einen von ihnen konnte uns Aus⸗ hilfe gegeben werden. Trotzdem konnte während des ganzen Schuljahres der Betrieb des wiſſenſchaft⸗ lichen Unterrichts unverkürzt, der des techniſchen größtenteils lehrplanmäßig aufrecht erhalten werden. Dieſe Möglichkeit verdanken wir in erſter Linie der Bereitwilligkeit, mit der einige herrn die ſchon im vorigen Jahre übernommene Mehrarbeit gerne weiter leiſteten; dann aber dem Umſtand, daß mehrere Klaſſen in einzelnen Fächern vereinigt werden konnten. Freilich war der Möglichkeit ſolcher Ver⸗ einigungen ſchon durch rein äußere Gründe ſehr bald eine Grenze geſteckt: bei dem ſtarken Beſuch