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und Juli wurde der Kandidat Meister zu militärischen Übungen einberufen. Die ihm überwiesenen Lektionen übernahm der Kandidat Holly und führte sie fort bis zum 30. Juli, an welchem Tage der erstere den Unterricht wieder antrat.
Am 19. Juni verschied der Gymnasiallehrer Krämer. In ihm verlor die Anstalt einen pflichttreuen und eifrigen Lehrer, dessen Thätigkeit von günstigen Erfolgen begleitet war. Durch zunehmende Kränklichkeit wurde er in den letzten Jahren mehrfach auf kürzere oder längere Zeit den Unterricht auszusetzen genötigt. Von einer ernsteren Erkrankung in der Mitte des August 1882 kounte er sich nicht wieder vollständig erholen. Er übernahm zwar in der 2. Woche nach Eröffnung des folgenden Wintersemesters seinen Unterricht wieder, allein er vermochte ihn nur bis zum 17. Dezember fortzuführen, wo ihn Erschöpfung seine amtliche Thätigkeit einzustellen nötigte.— Nach Ablegung des Probejahres am Real- gymnasium zu Wiesbaden war der Verstorbene von Ostern 1867 bis 1. Dezember 1868 als Hülfslehrer an der Realschule zu Geisenheim und dann fast zwei Jahre als Leiter einer Privatgenossenschafts-Schule zu Höhr thätig. Ostern 1871 wurde er dem Gymnasium zu Fulda als Hülfslehrer zugewiesen und im Herbst desselben Jahres zum ordentlichen Lehrer an jener Anstalt bestellt. Seit Herbst 1874 wirkte er an hiesigem Gymnasium als ordentlicher Lehrer und verwaltete zugleich das Nebenamt der Rendantur und Rech- nungsführung. Er hat das 44. Lebensjahr nicht vollendet. Nach dem Wunsche des Verstorbenen wurde seine Leiche nach seiner Vaterstadt Weilburg überführt. Die Lehrer und Schäler der Anstalt geleiteten dieselbe am 21. Juni um die Mittagszeit vom Sterbe- hause zum Bahnhofe, wo sie von dem Religionslehrer Westenberger eingesegnet wurde. Eine Deputation von Lehrern und Schülern der hiesigen Anstalt beteiligte sich an dem Leichenbegängnisse in Weilburg.
Vor wenigen Tagen erst hatte sich das Grab über der Leiche des 2. ordentlichen Lebrers geschlossen, als die Anstalt von einem neuen schweren und schmerzlichen Ver- luste getroffen wurde. Am 25. Juni wurde der frischen, eifrigen und erfolgreichen Wirk- samkeit des 1. ordentlichen Lehrers und Religionslehrers Westenberger, der bei der Einsegnung der Leiche des Amtsgenossen noch im Vollbesitze der Gesundheit war, durch den Tod ein Ziel gesetzt, welcher den in der Blüte der Kraft stehenden Mann im kaum angetretenen 51. Lebensjahre in Folge eines Schlaganfalls, von dem er in der Frühe des 23. Juni getroffen war, dahinraffte. Der Verstorbene war während einer Reihe von Jahren öfter durch Kopfschmerz, der jedoch nicht als ein Zeichen wankender Gesundheit erschien, für 1—2 Tage seinen Unterricht zu unterbrechen genötigt worden. Am 27. Juni, morgens um 9 Uhr, geleiteten Lehrer und Schüler den Verstorbenen zum Grabe. Nach der Bestattung bewegte sich der zahlreiche Leichenzug zur Pfarrkirche, wo der Herr Pfarrer und Dekan Faust die Trauerrede hielt und dann die Feier der Exequien stattfand.— Nachdem der Verstorbene seine Studien an der theologischen Lehranstalt zu Mainz absolviert hatte, wurde er am 12. März 1857 zum Priester geweiht. Dann fungierte er fast 7 Jahre als Kuratgeistlicher, worauf er seit Ostern 1874 die Stelle des Subregens in dem hiesigen Konvikte und zugleich am hiesigen Gymnasium die des Religionslehrers für die oberen und seit Herbst 1868 für alle Klassen versah. Zufolge Anordnung Königl. Prov.-Schulkollegiums unterzog er sich am 12. Februar 1869 mit günstigem Erfolge zu Bonn der Prüfung in der Religionswissenschaft und im Hebräischen und wurde zu Ostern desselben Jahres von der hohen Behörde als Religionslehrer erwählt und gegen Ende desselben als solcher bestellt. Seit Herbst 1877 wurde ihm auch französischer Unterricht übertragen, zunächst auf der unteren, dann auf der mittleren und seit der dauernden Erkrankung des Gymnasiallehrers Krämer auch auf der obersten Stufe.
Durch das Ableben der beiden Lehrer war die Anstalt in einen grossen Notstand versetzt. Für den Unterricht in der katholischen Religion und im Hebräischen, sowie


