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für den französischen Unterricht auf der mittleren und oberen Stufe fehlten Lehrkräfte. Der letztere wurde zunächst durch Unterricht in anderen Fächern ersetzt, der Unterricht in der Religion und im Hebräischen musste vorläufig ausfallen. Bald jedoch wurde der Anstalt Aushülfe zu teil. Durch Anordnung der hohen Behörde wurde der seit dem 1. April an der Realschule zu Kassel in der Ableistung des Probejahres begriffene Kandidat Dr. Ferd. Orth der hiesigen Anstalt zur Fortsetzung des Probejahres und zugleich bis auf Weiteres als wissenschaftlicher Hülfslehrer überwiesen. Demselben wurde der fran- zösische Unterricht in den Tertien und Sekunden, die uun wieder für dieses Fach getrennt wurden, sowie in Prima übertragen. Ausserdem erbielt derselbe, da die hohe Behörde zugleich genehmigt hatte, dass der Hebräische Unterricht vorläufig an den Oberlehrer Colombel übertragen und demselben dafür andere Lehrstunden abgenommen würden, den geschichtlichen Unterricht in IIb, sowie die Leitung der Ovid-Lektüre in IIla; auch wurde ihm die Leitung der Cäsar-Lektüre in IIIb überwiesen, welche Klasse für diesen Gegenstand seit Beginn des Schuljahrs mit IIIa hatte vereinigt werden müssen. Am 5. Juli nachmittags wurde Dr. Orth durch den Direktor eingeführt und trat dann sofort in Thätigkeit.—
An demselben Tage traf abends der Ilerr Provinzial Schulrath Dr. Lahmeyer hier ein. Derselbe besuchte am folgenden Tage wührend des Vor- und Nachmittagsunterrichts sämtliche Klassen und besichtigte dann die Räumlichkeiten und Sammlungen der Anstalt, sowie die Räumlichkeiten des Konvikts.
Nach dem Eintreffen der bezüglichen Genehmigung des Königl. Prov.-Schulkollegiums wurde am 11. Juli dem Herrn Konvikts-Regens Franz für den noch übrigen Teil des Semesters die Vertretung des katholischen Religionslehrers übertragen. Am 12. Juli begann derselbe seine Lehrthätigkeit an der Anstalt.— So hatte denn der Unterricht in allen Fächern wieder einen geordneten Gang erhalten, der bis zum Schluss des Se- mesters keine Störung mehr erfuhr.
Die durch den Tod des Gymnasiallehrers Krämer erledigte Rendantur der Anstalt vurde vom Königl. Prov.-Schulkollegium vom 1. Juli ab dem Gymnasial-Elementarlehrer Decku übertragen.
Während der Monate Juni und Juli wurden an einzelnen Nachmittagen mit den Schülern klassenweise unter Führung des Turnlehrers und anderer Lehrer Ausflüge un- ternommen.
Samstag den 1. Semester fand nach 10 Uhr vor versammelten Schülern der oberen Klassen die Entlassung der Abiturienten durch den Direktor statt. Um 11 Uhr wurde der Unterricht für das Sommerhalbjahr geschlossen.
Für das Wintersemester wurde der Unterricht Montagd. 8. October, nachmittags um 2 Uhr, eröffnet, nachdem vormittags die Prüfung der Recipienden stattgefunden hatte. Am folgenden Tage, in der letzten Vormittagsstunde, wurde vom Direktor vor versammelten Lehrern und Schülern der vom Lyceum in Metz als katholischer Religionslehrer an die hiesige Anstalt berufene Gymnasiallehrer Dr. Valentin Kehrein, sowie der zur Ab- leistung des vorschriftsmässigen Probejahres der hiesigen Anstalt überwiesene Kandidat des höheren Schulamts Dr. Wilhelm Peters eingeführt, worauf die Vorlesung der Schulordnung und die Verpflichtung der neu eingetretenen Schüler auf gewissenhafte Be- obachtung derselben erfolgte.
Der Pfarrer Ullrich übernahm den evangelischen Religionsunterricht wieder, jedoch zunächst nur für 6 wöchentliche Stunden in den 3 oberen Abteilungen, während dieser Unterricht in den unteren Abteilungen mit Genehmigung der hohen Behörde dem Gym- nasial-Elementarlehrer Hormel übertragen wurde.
Am 10. November fiel der Luther-Feier wegen der Unterricht aus.


