10 zu beklagen, der Johanna Pieper in Kl. 5 b, die am 20. Oktober 1915 ihren schwergeprüften Eltern durch den Tod entrissen wurde.
Schulspaziergänge wurden im verflossenen Schuljahr 7 gemacht, Tagesausflüge von Kl. Ia, IIa¹, IIlal, IVa*, Vai und Va:. 3 Wegen zu grosser Hitze musste die letzte Vormittagsstunde oder auch der Nach- mittagsunterricht an 6 Tagen ausfallen. Zum Eislauf konnte leider nur ein Nachmittag freigegeben werden.
Einige weitere Veränderungen in der Zusammensetzung des Kollegiums ver- anlasste
der Krieg.
Dr. Büchner und Dr. Schäfer wurden am 26. November eingezogen, ersterer aber, weil nur garnisondiensttauglich, auf Reklamation Grossh. Ministeriums des Innern Ende des Jahres wieder bis zum 31. März 1916 entlassen. Er wurde vom 3. Dezember 1915 bis 12. Januar 1916 von Frau Dr. Spohr aus Frankfurt a. M. vertreten.
Den Unterricht Dr. Schäfers übernahm am 13. Dezember 1915 Lehramtsassessot Schab aus Butzbach. Er war am 4. August 1914 als Vizefeldwebel der Reserve aus- gerückt, am 28. August 1914 an der Maas verwundet worden und ist vorläufig bis zum 1. Oktober 1916 vom Heeresdienst befreit.
Zu dem Bericht für 1914/15 ist nachzutragen, dass unser Schuldiener Heissler seit dem ersten Mobilmachungstage bei dem Landsturmbataillon Giessen eingezogen ist.
Herr Corvinus wurde am 14. März 1916 vorläufig bis zum 31. März 1917 vom Heeresdienst zurückgestellt.— Herr Haber ist noch beim Landsturmbataillon Giessen auf der Etappe.— Herr Freitag ist seit dem l. August 1915 in russischer Gefangenschaft.— Herr Dr. Hainer war, nachdem er von seiner im Westen erhaltenen Verwundung wieder- hergestellt war, monatelang im Osten und weilt 2. Z. in München, wo er sich einer Drüsen- operation hat unterziehen müssen.
Wie im vorigen jahr, so stellten sich auch heuer unsere Mädchen mit grosser Begeisterung und höchst lobenswertem Eifer in den Dienst der Kriegswohltätigkeit und der vaterländischen Sache. Zunächst ist zum vorigen Jahr noch nachzutragen, dass rund 350 von ihnen, jetzt noch etwa 300, regelrechte Abnehmer des„Weltkriegs“ sind, dessen Reinertrag den bedürftigen Kindern im Felde stehender Männer zu gute kommt. Da bis jetzt 75 Nummern zu je 5 Pf. erschienen sind, so hat z. Z. jede Abnehmerin 3 M 75 Pf. unsere ganze Schule über 1300 M für den guten Zweck beigesteuert. Wie gebefreudig unsere Mädchen sind, beweist der Ertrag des auf Veranlassung des Unterzeichneten in den einzelnen Klassen gesammelten„Kriegspfennigs“. In jeder Klasse wurde eine durch den Klassenführer oder die Klassenführerin verwaltete Sparbüchse aufgestellt, in die den Schülerinnen anheimgegeben wurde, das Kleingeld einzuwerfen, das sie unter anderen Umständen für sich ausgegeben hätten. Ein Kassensturz vor den grossen Ferien ergab 174 M. Davon wurden 100 M für Liebesgaben für U-Boote und 74 M dem Landes- verein des Roten Kreuzes in Darmstadt überwiesen. Der Empfang der ersteren wurde uns dankend bestätigt..
Der Sammeleifer unserer Schülerinnen hielt an, und so schlug der Unterzeichnete vor, aus dem weiteren Ertrag des„Kriegspfennigs“ den„Vergessenen“ unseres Regiments 116 Weihnachtsliebesgaben zu beschaffen. Kaum hatten die Mädchen erfahren, dass nicht nur Geld, sondern auch Sachen willkommen wären, so ergoss sich viele Tage ein breiter


