Jahrgang 
1898
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XVIII.

Noch eh das Leben völlig ausgedunkelt, Ihr grosses blaues Aug' entgegenfunkelt. 8⁸

Oh armer Mensch, hört man die Peri klagen, Wie büssest schwer Du Deinen ersten Fall; Zwar blieben Blumen Dir aus Edens Tagen, Doch tragen sie die Spur der Schlange all!

Sie weint, und mit den sonnenhellen Zähren Sieht man die Luft sich hellen und sich klären, Denn Wunderkraft in jeder Thräne fliesst,

Die solch ein guter Geist um uns vergiesst.

Da, unter der Orangen laub'gen Zweigen,

Wo sich zu Blüten, leicht bewegt vom Winde, Schon ausgereifte Früchte kosend neigen,

Wie sich zum Spiel das Alter naht dem Kinde, Dort unter dieses Laubzelts üpp'gem Flor,

Dicht bei dem See, trifft laute Klag' ihr Ohr. Und der dort stöhnt, um diese stille Zeit, Begehrt zu sterben in der Einsamkeit;

Er, der, wohin im Leben er auch kam,

Die Herzen aller stets gefangen nahm;

Doch jetzt, als ob ihm Liebe nie gewinkt, Einsam und unbeweint im Tod versinkt. Niemand, der bei ihm wacht, niemand, der wehrt Dem Feuer, das den Busen ihm verzehrt;

Der aus des nahen Seees kühler Flut

Ein lindernd Tröpfchen schöpft für seine Glut. Nicht eine Stimm, bekannt aus guten Tagen, Das Lebewohl, das letzte, ihm zu sagen,

Das, wenn sonst jeder Schall und Laut verklingt, Noch wie Musik von ſern zum Ohre dringt.

Das süsse Lebewohl an Ufers Rand

Der schnõden Welt, wenn alles ist vorbei,

Das jeden Geist geleitet, eh er frei

Zur Fahrt sich anschickt in das dunkle Land.

Verlassner Jüngling! Ein Gedanke nur

Strahlt in das todesbange Herz ihm Lust,

Dass die, der er vor Jahren Treue schwur,

Die er geliebt, sein eigen gern gewusst,

Doch sicher war vor'm gift'gen Hauch der Nacht