XVII.
Der hübschen Dattelgruppen, die so hold
Und schwer die laubgekrnten Häupter senken, Wie junge Mädchen, die der Schlaf ermahnt, Auf seidner Lagerstatt sich Ruh' zu schenken; Der keuschen Lilien, die sobald es dunkelt
Sich lieblich baden an des Seees Strand,
Damit, sobald die Sonne wieder funkelt,
Sie auferstehn in neuem Prachtgewand;
Der Tempelreste und der Schlossruinen,
Die Trümmer eines goldnen Traumes schienen, In deren märchenhaſter Einsamkeit
Kein Laut sonst tönt, wo nur der Kibitz schreit, Wo nichts zu sehen bei der Wolken Zug
Durch die der Mond hinschwebt in raschem Flug, Als der Sultanin“) Purpurfederkleid,
Die regungslos auf einer Säulenspitze
Danieder kauert wie ein Vogelgötze;—
Wer hätte wohl geglaubt, dass dort sogar,
Wo süsser Friede alles rings umfing,
Die Pest umher mit giſt'gem Odem ging;
Dass mehr sie schlug mit ihrem Schwingenpaar Als je ein Glutwind, der hinein ins Land
Sich wälzte her vom roten Wüstensand!
So schnell, dass jede Menschenkreatur,
Die sie gestreift mit ihrem Flügel nur, Zusammensinkt, vom schwarzen Tod versehrt, Auf manches Antlitz gestern schien die Sonne, Auf dem noch lachte heitre Lebenswonne,
Und das, vom Todeskampfe heut entstellt,
Nie auf mehr blickt zum hohen Himmelszelt. Und ach, wie viele unbestattet liegen,
Auf denen schlummernd ruht des Mondes Strahl, Von denen weg die Geier kreischend fliegen, Da sie sogar verschmäh'n solch ekles Mahl!
Um Mitternacht durch Strassen öd und leer Schleicht grimmig die IIyäne nur umher;
In jeden Leichnam schlägt den Zahn sie ein, Und weh dem Armen, dem in Todespein,
¹¹) Die Sultanin, ein Vogel, der seinen Namen erhielt wegen seines farbenprächtigen Gefieders und seines stattlichen Anstandes.
— Wu Slaneee Da de veee ene Sael wekeeent.


