Jahrgang 
1898
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XVI.

Im Sterben für die Freiheit, sind so rein, Sie würden selbst die Quellen nicht entweih'n, Um die des Paradieses Laube spriesst.

Hat ein Geschenk von diesem Erdenrunde, Ein menschlich Opfer dort im Himmel Wert, So ist's das Blut, das in der Todesstunde,

Sich selbst getreu, der Freiheit Gruss begehrt.

Mit Freudén, sprach der Engel, als er drauf Die Gab' empfing mit strahlend reiner Hand, Mit Freuden nehmen wir die Tapfren auf, Die so verbluten für ihr Vaterland.

Doch, leider, sieh, bleibt die krystallne Pforte Noch fest verschlossen; heiliger fürwahr

Als dieses Blut bring eine Gabe dar, Begehrst Du Einlass zu dem Himmelsorte.

Als ihre erste Hoffnung jäh vernichtet, Stieg, wo das Mondgebirge) aufgerichtet

Im Süden Afrikas, die Peri nieder,

Zu glätten in den Wellen ihr Gefieder

Jenes egypt'schen Wassers, dessen Quelle Von keines Menschen Auge je erschaut, Des Urwalds Strauch mit klarer Flut betaut, Und wo die luft'gen Geister oft der Welle Dem lachend aufgewachten Riesen Nil) Schon in der Wiege weihen Tanz und Spiel. Von dort aus weiter über Palmenwald, Egyptens Grotten, manche Königsgruſt

Eilt die verbannte Peri durch die Luft,

Und im Rosettathale lauscht sie bald

Der Tauben Girren labt die Blicke dann Am Mondschein, der dem weissen Pelikan Die Flügel streift, dass sie sich hell beleben Und ab vom Blau des Méris-Seees heben. Ein herrlich Bild und lieblichere Auen

War keinem Auge je vergönnt zu schauen. Wer hätt' geglaubt beim Anblick dieser Nacht, Der reichen Thaàler mit der Früchte Gold, Die reifen in der Sonne reinster Pracht;

³) Montes Lunae der Alten.

¹) Der Nil heisst bei den Abyssiniern: Abey, d. i. Riese.