XIII.
„Und nähmst du den Flug von Stern zu Stern, Von Sonne zu Sonne und schweiftest bis fern, Wo des Weltalls Grenze sich flammend erhebt, Und nähmst du von endloser Jahre Zahl
Der Sphären Wonne viel tausendmal—
Im Himmel solch Glück im Nu dich durchbebt.“
Der Engel, der das Thor des Lichts verschloss, Sah, wie sie Thränen schmerzbewegt vergoss; Und als der Klag'er lauscht, der traurig schweren, Da fühlt auch er sein Auge feucht von Zähren, Die strahlend funkeln und die Blitze sprüh'n Wie Perlen, die aus Edens Quellen tauen
Und auf den Blumen ruhen dann, den blauen, Die nur im Paradiese sollen blüh'n.
Die Deinen, Nymphe, wandeln falsche Pfade, Sprach milde er, doch hoffe noch auf Gnade! Im Schicksalsbuch steht es geschrieben klar: Bringt eine Peri jene Gabe dar,
Die als die höchste gilt im Himmel dorten,
Soll sie willkommen sein an Edens Pforten. Geh', such darnach, mach dich von Sünde rein, Wir lassen gern Begnadigte herein.
Schnell, wie zu der Sonne auf
Ein Komet nimmt seinen Lauf,
Rascher noch als Engelshand
Schleudert nächtlich Sternenbrand,“)
Böse Geister abzuwehren,
Die zur Klarheit aufbegehren,
Schiesst die Peri himmelab.
Von der Erde winkt ein Strahl,
Der aus Morgens Aug' sich stahl,
Und zu uns'rer Erde schwebt sie so hinab.
Doch wo soll der Geist die Gab' vermuten Für den Himmel?—„Mir ist wohlbekannt, Wo in Urnen, ruft sie, Feuergluten,
*) Die Muhamedaner halten die Sternschnuppen fur Feuer- schwerter, womit die guten Engel die bösen zurücktreiben, wenn diese dem Empyräum, der Himmelsgrenze, zu nahe kommen.


