Jahrgang 
1898
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XI.

Doch purpurrot kommt jetzt die Flut gezogen, Von Menschenblut erglühen ihre Wogen.

Und rings umher von duſtig grünen Matten Erhebt es wie des Todes Dünste sich,

Mit Opferdüften süsser Blumen gatten

Sich Menschenopfer, graus und fürchterlich.

Wer wandelt unter deiner Säulen Schatten,

O Land der Sonne, so zerstörend? sprich!

Wer wagt's, Pagoden, Gôtter nicht zu schonen?

Werstiess die Fürsten von den tausend Thronen?

Der Herrscher Gazna's kommt im Zorn gegangen, Und Indien's Kronen tritt er in den Staub; Am Halse seiner blut'gen Rüden prangen Juwelentropfen, Sultaninnen-Raub;

Der Priester sinkt, erwürgt, mit blassen Wangen Im Tempel nieder, und wie welkes Laub Streut kalt der Sieger in die heil'gen Wellen Reliquientrümmer, bis gehemmt sie schwellen.

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