X.
Des Bäche sind wie Bräute hold
Und reich an überspültem Gold;
Dess würz'ger Wald und Sandelhain
Ein Periparadies könnt' sein!
Doch rinnen rot von Menschenblut
Die Flüsse nun, durch allen Duft
Dringt dampfend der Geruch von Leichen; Der Mensch, der fiel durch Menschenwut, Verpestet rings die würz'ge Luft,
Die süss vom Blumenhauch, dem reichen. O Sonnenland! wer tritt den Boden
So deiner Haine und Pagoden,
Die Höhlentempel, bringt zu Falle
Die Fürsten und die Throne alle?
Von Gazna, der wildwütend naht, Gebrochene Kronen, wildes Leid Bezeichnen des Zerstörers Pfad. Bluthunde schmückt er mit Geschmeid, Das auf dem weissen Hals geruht
So mancher lieblichen Sultana;
Die Mädchen bringt in der Zenana,
Die Priester am Altar er um,
Wirft stauend in geweihte Plut
Den Rest von gold'nem Heiligtum!
M. Mitte.
Und ganz versunken so in stillen Träumen, Schlug sanft ihr Flügel Indiens süsse Luft, Wo Wellen auf Korallenklippen schäumen Und wo der Bernstein ruht in klarer Gruft; Das schöne Land, in dessen Zauberräumen Die Lüfte hauchen ew'gen Balsamduft,
Wo Berge, angeglüht von Sonnenstrahlen, Den Lichttribut mit Diamanten zahlen.
Das schöne Land, das seiner Flüsse Wellen Mit gold'nem Glanz, wie reiche Bräute, schmückt, Wo Moose weich in Sandelhainen schwellen, Und alles Leben atmet hochbeglückt;
Wo Wohlgerüche aus den Lauben quellen, Ein Paradies, das Peri's selbst entzückt;


