IX.
M. Fehmict. Sie schwebt, die Flügel ausgespannt, Grad' über'm schönen Inderland, In Balsamluft, des Meere blitzen Von Amber und Korallenspitzen; Wo in der Sonne Segensbrand Im Berge reift der Diamant; Wo Bräuten ähnlich, reich und hold, Die Bäche ziehn, im Schosse Gold; Recht wie geschaffen Laub' und Hain, Der Peri Paradies zu sein. Doch purpurn jetzt die Flüsse wallen, Der Dunst des Todes dampft zur Luft Aus jenen würz'gen Lauben auf; Der Mensch von Menschenhand gefallen, Schickt seine Pest mit jedem Duft Unschuld'ger Blumen mit hinauf. Wer kam, des Sonnenlandes Boden, Die Pfeilerschatten und Pagoden, Die Gôétterstein' auf Felsaltären, Die tausend Throne zu verstören? Der Gaznavide ist's; er naht In Wut, die Kronen Hindostans Liegen zerstreut auf seinem Pfad; Bluthunde prunken in dem Glan⸗z Der Perlen nun, vom Hals gerissen So mancher lieblichen Sultana; Es strömt die sittsame Zenana, Der Altar selber strömt von Blut, Es hemmt den Lauf von heilgen Flüssen Zerbrochenes goldnes Tempelgut.
Noch sinnend so im Fluge fand
Sie sich in Indiens schönem Land,
Des Luft ist Balsam, dessen Meer Korallen gibt und Ambra her;
In dessen Berge Diamanten
Ruhn, wo die Sonnenstrahlen brannten,


