VII.
Dem Dufte selbst unschuld'ger Blüten
Des Menschen Würgereien hatten!.
O, Sonnenland! wer fällt, mit Wüten,
An die Pagoden, Säulenschatten—
Den Felsensaal, wo Götter wohnen,
Die Fürsten mit den tausend Thronen?
's ist der von Gazna— grimmig naht
Er, und auf seinem blut'gen Pfad
Tritt Indiens Kronen er in Trümmer; Schmückt seine Schweisshund' mit dem Schimmer Des Schmuckes, den er frech entrissen Entweihten Nacken schöner Sultaninnen Würgt, in der heil'gen Kammer, die Sklavinnen, Die Priester, die er vom Altar gerissen;
Das heilige Geschirr lässt er zerschellen,
Und wirft es frevelnd in des Ganges Wellen.
F. v. Pechlin. So grübelnd ist sie hingetragen Wo Indiens süsse Länder ragen; Des Himmels Duft, des Wogen wallen Hell über Ambra und Korallen; Des Berge, fruchtbar von dem Scheine Der Sonne, zeugen Edelsteine; In dessen klaren Bächen Gold, Wie hinter reichen Bräuten rollt; Des Sandelhaine, würz'ge Lauben Ein Eden mochten Peris glauben! Jetzt führen seine Ströme Leichen, Sind blutgefärbt— des Todes Hauch Er stieg von diesen schönen Gründen, Und Menschen, Opfer ihres Gleichen, Sie mengen in die Düſfte auch Schuldloser Blumen ihre Sünden! Der Sonne Land! Durch welchen Streit Ist deiner Säulen Schutz entweiht— Die tausend Throne, deine Schreine In Höhlen, deine heil'gen Steine? Er ist's von Gazna, der's gethan, Und Indiens Diademe liegen


