VI. Des Bächlein, reichen Bräuten gleich, Schön sind, an edlem Golde reich; Des Sandelhain' und würz'ge Lauben Wie'n Peri's Paradies sich lauben! Dochzihre Ströme färbt' hochroth Jetzt Menschenblut— des Todes Rauch Steigt aus den Lauben zu den Lüſften, Weil Menschen und ihr Opfertod Ihr Brandmal mischen jedem Hauch, Den die unschuld'gen Blumen düften! Du Sonnenland! wer stampft den Boden Der schatt'gen Pfeiler und Pagoden— Der Grotten, drin die Gôtter wohnen, Der Herrscher über tausend Thronen? Er ist's von Gazna!— sprühend Zorn, Kommt er und auf verheertem Grunde Streut Diadem' er, wild verworr'n, Schmückt mit Juwelen seine Hunde, Welch' er entriss verletzten Nacken Geliebter, blühender Sultanen; Mädchen in züchtigen Zenanen, Priester in Tempeln schlachtet er, Und hemmet mit den gold'gen Wracken Der Tempel das geweihte Meer!
G. M. Bueren.
So sinnend, teilt sie mit den Flügeln Die Luft des schönen Hindostan,
Die Balsam ist; wo auf Korallenhügeln Und Ambrabetten ruht der Ocean; Des Berge Diamanten zeugen, Geschwängert von der Sonne Glut; Des Bäche reichen Braâuten gleichen, Lieblich, voll Gold die reine Flut;
Des Sandelgäng' und Lauben, würzig süss Wohl wär'n ein Peri''s— Paradies! Doch purpurn wogten nun die Flüsse Von Menschenblut; des Todes Pest Stieg dampfend aus der Lauben Süsse, Verderbnis, die schon eingeflösst
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