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die Luft aus dem Ballon durch das Waſſer des Aquariums. Quetſchhähne geſtatteten es, dieſen Luft⸗ zutritt beliebig zu regulieren.
Dieſe bereits bekannte Methode der Durchlüftung kann für Aquarien an Schulen, denen keine Waſſerleitung zu Gebote ſteht, beſtens empfohlen werden. Sie krankt indeſſen an zwei Übeln. Einmal iſt das Ausleeren des Ballons, das Anſetzen und Abnehmen der Schlauchverbindungen eine umſtänd⸗ liche Sache, ſodann genügt die Luſtzufuhr am Tage allein nicht für empfindliche Fiſche wie Forellen u. a.
Das Aquarium wurde deshalb direkt an die Waſſerleitung angeſchloſſen, und das einſtrömende Waſſer dient zugleich als Luftſauger. Dabei werden Apparate verwendet, die nach dem Prinzip der Bunſen'ſchen Saugpumpen hergeſtellt ſind. Dieſe Luftſauger ſind ſehr leicht mit Hülfe der Gebläſe⸗ lampe herzuſtellen.
In die Wandung einer ca. 9— 10 mm weiten Glasröhre aus leicht ſchmelzbarem Glaſe wird nahe dem einen Ende ſeitlich eine Offnung geblaſen. Ungefähr 20 cm unterhalb derſelben wird die Röhre zu ſtarker, aber kurzer Verengung ausgezogen. Dieſer Verengung folgt eine kurze eiförmige Er⸗ weiterung, und unterhalb dieſer zieht man das Rohr zu einer, etwa 4 mm weiten Röhre aus, ſchneidet je nach der erforderlichen Länge ab und verengt die untere Öffnung durch Rundſchmelzen bis auf die Hälfte. Von oben her führt man eine enge, unten in eine Spitze ausgezogene Glasröhre ein, die oben durch einen einfach durchbohrten Kork gehalten wird. Dieſe enge Röhre wird ſoweit in der weiten hinabgeſchoben, bis die Spitze die Verengung erreicht. Der Apparat wird dann an einer Querleiſte und dieſe an den Rändern des Aquariums befeſtigt. Man ſchiebt den Sauger dann ſoweit in das Waſſer hinab, bis das Ende faſt den Boden erreicht hat. Dabei darf die ſeitliche Offnung nicht unter die Waſſeroberfläche zu liegen kommen. Das Waſſer tritt vom Boden her in die enge Röhre des Luftſaugers ein.
Der feine Waſſerſtrahl reißt ſchon bei ganz geringem Waſſerzufluß große Quantitäten Luft mit ſich. Die Vorteile dieſer Luftſauger beſtehen darin, daß der Apparat ſehr kurz iſt, daß die Luft mit dem friſchen Waſſer auf den Boden kommt, durch den Druck der Waſſerſäule mehr Luft abſorbiert wird, und daß bei geringem Waſſerverbrauch große Luftquantitäten mitgeführt werden. Ein weiterer Vorzug liegt ferner in der bequemen Handhabung des Ganzen.
Der ſtarken Beſetzung des Aquariums wegen werden 2 ſolcher Sauger verwendet. Zweiglei⸗ tungen führen an zwei gleiche Sauger nach oben, die zwei kleinere Aquarien mit Luft verſehen. Letz⸗ tere dienen zur Iſolierung beſtimmter Fiſchſpezies. Da dieſe kleineren Aquarien gewöhnlich ohne Abfluß hergeſtellt werden, ſo empfiehlt es ſich, die eine Glaswand nahe dem oberen Rande zu durchbohren und eine Röhre einzuſetzen, die man an der Wand feſtkittet.
Flußfiſche jeglicher Art und Größe dauern in dieſem Aquarium vortrefflich aus. Bach⸗ und Regenbogen⸗Forellen wurden aus ganz junger Brut darin gezüchtet. Zur Ausſchmückung des Aquariums dient eine Felsgruppe aus Bimſtein hergeſtellt, dann Waſſerpflanzen: Lemna, Cyprus, Vallisneria, ferner Korallen und Muſcheln, deren Namen auf an die Wand geklebten Etiquetten angegeben ſind. Zur Kultur von Waſſerpflanzen eignet ſich ein ſolches Aquarium nach unſerer Erfahrung ſchlecht. Vielleicht des bewegten Waſſers wegen. Sie gedeihen beſſer in Aquarien, deren Waſſer nicht ſo häufig erneuert wird.
Was das Pflanzenmaterial und den Betrieb des Gartens anlangt, ſo gelten hierfür die im Oſterprogramm 1892 aufgeſtellten Grundſätze. Wie im Unterricht, ſo gilt auch hier die Beſchränkung auf das Notwendigſte als Grundgeſetz. Ein Schulgarten muß in erſter Linie in allen ſeinen Teilen


