Jahrgang 
1928
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Bei der Verfaſſungsfeier, die wegen der Sommerferien erſt am 20. Auguſt abgehalten werden konnte, wies Studienrat Prof. Weißgerber in ſeiner Anſprache auf die Bedeu tung des Tages hin.

Der sojährige Geburtstag des Herrn Reichspräſidenten konnte wegen der Ferien erſt am 15. Oktober feſtlich begangen werden. Einen Aeberblick über ſein Leben und ſeine Be⸗ deutung für unſer Vaterland gab Studienrat Schmidt.

Zu einer feierlichen Stunde verſammelten ſich Lehrer und Schüler am 19. November in der Turnhalle, um der Toten des Weltkrieges zu gedenken. Studienrat Keßler ſprach über den Sinn der Totenfeier und über unſere pflicht der Treue den Gefallenen gegenüber.

Am letzten Tage vor den Weihnachtsferien wurde für alle Klaſſen eine gemeinſame Weihnachtsfeier veranſtaltet. Der großen Schülerzahl halber fand ſie in zwei Ab⸗ teilungen ſtatt. Sie brachte mit Tannenbaum, Nikolaus, einer Beſcherung für die kleinen Serxtaner und anderen Darbietungen rechte Feſtesſtimmung. Ganz beſonders haben ſich Dr. Hillenbrand und Studienreferendar Blauth um die Feier verdient gemacht.

Der 7s. Geburtstag des Herrn Staatspräſidenten Allrich wurde am 28. Januar feierlich begangen. Prof. Michel ſchilderte den Lebensgang des Jubilars und ſprach über ſeine Bedeutung für unſer Heſſenland.

Auch in dieſem Jahre nahm die Schule wieder Gelegenheit, durch einen Elternabend die Beziehungen zu den Eltern unſerer Schüler zu pflegen. Er fand am 22. Februar ſtatt und mußte acht Tage ſpäter wiederholt werden. Die Turnhalle war beide Male bis auf den letzten Platz gefüllt. Das reichhaltige Programm beſtand hauptſächlich aus muſikaliſchen und deklamatoriſchen Darbietungen der Schüler. Beſonders zu erwähnen ſind eine gelungene Theateraufführung der Schüler, die von Referendar Blauth einſtudiert war, ſowie der lehrreiche Vortrag des Studienrats Dr. Hillenbrand über die Pfiege der Inſtrumental⸗ muſik in der Schule.

Am 2. März fand die offizielle Entlaſſungsfeier der Abiturienten durch die Schule ſtatt, bei der auch die Eltern eingeladen waren. Prof. Dr. Trapp, der Klaſſenführer der la,, hielt die Abſchiedsrede, während der Anterzeichnete die Entlaſſung vornahm. Im Namen der Schüler ſprach der Abiturient MNorneweg.

Sämtliche Feiern wurden durch Darbietungen unſeres von Studienrat Dr. Hillenbrand geleiteten Schülerorcheſters und durch Schülervorträge umrahmt.

Körperliche Ausbildung.

In dieſem Jahre war eine beſſere Organiſation des allgemein⸗verbindlichen Spielnach⸗ mittags möglich, da zwei Herren des Kollegiums mehr zur Verfügung ſtanden als im Vor⸗ jahre und ſo in 7 Abteilungen geſpielt werden konnte. Eine erhöhte Spielfreudigkeit unſerer Schüler war darin zu erblicken, daß, viel mehr als in früheren Jahren, Klaſſen, beſonders Parallelklaſſen, freiwillige Wettſpiele an freien Nachmittagen gegeneinander veranſtalteten. Anſere erſte Spielmannſchaft ſpielte mit Erfolg gegen einzelne und vereinigte Schulen Gießens, ebenſo gegen auswärtige Schulen, wie die Aufbau⸗ und die Auguſtinerſchule Friedberg und das Goethegomnaſium Wetzlar. An den Schlagballwettſpielen um den vom Heſſiſchen Philo⸗ logenverein geſtifteten Wanderpreis, das Heſſenbanner, beteiligte ſich auch in dieſem Jahre unſere Anſtalt. Bis zum 3. Gang war unſere Mannſchaft ſiegreich.

Am 9. September fanden die Reichsjugendwettkämpfe ſtatt, an denen ſich 126 Ober⸗ realſchüler beteiligten. 97 von ihnen wurden Sieger im Sinne der Wettkampfbeſtimmungen, ſo daß 84 die Ehrenurkunde des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, 13 die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten erhielten.

Neben den Quarten, für die ſeit vier Jahren der Schwimmunterricht an unſerer Anſtalt allgemein⸗verbindlich eingeführt iſt, wurden auch in dieſem Jahre zum erſtenmal die Quinten

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