Jahrgang 
1928
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der Freiſtellen(12% der Geſamtſchülerzahl) verhältnismäßig gering und die Nachfrage eine ſehr große iſt. Die Meldung für eine Freiſtelle geſchieht auf einem beſonderen For⸗ mular, das in der erſten Schulwoche bei der Direktion erhältlich iſt. Bis ſpäteſtens 7. Mai muß dasſelbe ausgefüllt wieder an die Direktion zurückgegeben werden.

Schulgeld.

Das Schulgeld beträgt vom 1. April ab monatlich 17,50 Mk, einſchließlich der Ferien. Falls Geſchwiſter noch der Ausbildung halber eine Schule beſuchen, treten Ermäßigungen ein. Beſcheinigungen über die Zahl der Geſchwiſter, wenn ſie berückſichtigt werden ſollen, ſind deshalb ſofort bei Beginn des neuen Schuljahres(ſpäteſtens bis zum 7. Mai) an uns

zu richten. Das Rauchen und der Genuß geiſtiger Getränke, Beſuch

abendlicher Veranſtaltungen, Taſchengeld uſw.

Wir weiſen die Eltern auf die Notwendigkeit hin, ihre Kinder im Intereſſe ihrer Ge ſundheit vor dem frühzeitigen Kauchen und dem Genuß geiſtiger Getränke zu bewahren, und bringen in dieſem Zuſammenhange in Erinnerung, daß nach den gegenwärtig beſtehenden Schulgeſetzen der Wirtshausbeſuch und die Teilnahme an öffentlichen feſtlichen Veranſtaltungen ſeitens der Schüler nur in Begleitung der Eltern geſtattet iſt. Wir glauben ferner die Eltern auf die geſundheitlichen und ſittlichen Gefahren aufmerkſam machen zu ſollen, die darin liegen, wenn ihre Söhne die Abende nach dem Nachteſſen nicht zu Hauſe verbringen und unter keinerlei elterlicher Kontrolle ſtehen, ſondern jederzeit freien Ausgang haben. Leider waren wir genötigt infolge von Mißſtänden, die ſich aus dieſer Aufſichtsloſig⸗ keit ergaben, eine Anzahl Schüler zu beſtrafen. Selbſtverſtändlich haben wir nichts gegen den Beſuch von Konzerten, des Theaters, von belehrenden Vorträgen und in beſchränktem Maße auch des Kinos einzuwenden. Anſere heranwachſende Jugend ſollte ſich aber auch der Werte bewußt werden, die das Qeben in der Familie im Kreiſe von El⸗ tern und Geſchwiſtern für den inneren Menſchen zu bieten vermag.

Wir haben bemerkt, daß eine ganze Anzahl unſerer Schüler täglich vieles Geld für Näſchereien ausgeben, und wir fordern die Eltern auf, aus erzieheriſchen Rückſichten einer ſwichen Wonvendung des Geldes, die ſich in unſerer Zeit kaum rechtfertigen läßt, entgegen zuarbeiten.

Wir bitten ferner die Eltern unſerer auswärtigen Schüler, für ihre Söhne in der Zeit zwiſchen Schulſchluß und Abfahrt des Zuges, beſonders im Winter, eine geeignete Anter⸗ kunft beſorgen zu wollen. Das ſtundenlange Herumtreiben auf der Straße und in den Bahnhofsräumen iſt nicht geeignet, die Jugend günſtig zu beeinfluſſen.

Milchfrühſtück.

Es iſt beabſichtigt, unſeren Schülern gegen mäßiges Entgelt täglich ein Milchfrühſtück auch im kommenden Schuljahr zu verabreichen. Schriffliche Meldungen hierfür werden zu Beginn des neuen Schuljahres an den Hausmeiſter erbeten.

Briefſendungen an die Schule.

Briefe und andere Sendungen, die für die Schule beſtimmt ſind, bitten wir nicht an den Anterzeichneten, ſondern an die Direktion der Schule zu richten.

Gießen, den 1. April 1928.

Die Direktion der Oberrealſchule Oberſtudiendirektor Dr. Roller.

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