Jahrgang 
1930
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Vertretung der Anſtalt nach außen. Sie erfolgte durch den Direktor oder bei ſeiner Verhinderung durch Oberſtudienrat Prof. Oßwald; außerdem leiſten hier die Studienräte Schelhorn und Röder fortdauernd wertvolle Dienſte. Zahllos ſind die Ein⸗ ladungen, die der Lehrkörper zu Veranſtaltungen von Behörden, Körperſchaften oder Vereinen erhielt. Wir können ſie nicht einzeln verzeichnen, doch ſei hier für alle Einladungen herzlich ge⸗ dankt. An der örtlichen Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt in der Volkshalle nahmen für die Anſtalt außer dem Direktor die Oberſtudienräte Prof. Oßwald und Prof. Dr. Bernbeck, Studien⸗ rat Prof. D. Dr. Frhr. v. Gall und Reallehrer Etz teil. Einer Einladung der Direktion und des Lehrkörpers des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums zu Darmſtadt zur 300⸗Jahrfeier am 1. September folgte der Direktor, er ſprach beim Feſtakt namens ſämtlicher heſſ. Gymnaſien und Progymnaſien der Schweſteranſtalt die herzlichſten Glückwünſche aus.

Geh. Schulrat Dr. Wilhelm Henſell, Direktor der Anſtalt vom 1. September 1906 bis 1. Oktober 1920, der hier im Ruheſtand lebt, feierte am 1. Auguſt ſeinen 75⸗jährigen Geburtstag, wozu ihn der Lehrkörper beglückwünſchte.

Schüler und Anterricht.

Schülerbeſtand am 15. Mai: 181, darunter 3 Mädchen. Das bedeutet gegen 1928 einen Rückgang von 7 Schülern. Die Aufnahme in VI betrug 26 Schüler, darunter 9 mit dreijährigem Grundſchulbeſuch. Nach der im Laufe des Schuljahrs vorgenommenen Erhebung über die Leiſtungen der bisher nach dreijährigem Grundſchulbeſuch in unſere Anſtalt aufgenommenen Schüler haben ſich dieſe mit wenigen Ausnahmen bewährt.

Der regelmäßige Anterricht, zumal in den Anter⸗ und Mittelklaſſen, hat immer noch nicht die erwünſchte Ruhe und Feſtigkeit gewonnen, die durch die Schulreformen der Nachkriegszeit und die damit verbundenen Änderungen in Lehrſtoff, Lehrmethoden und Lehrbüchern beeinträchtigt wurden. Doch iſt ein fortſchreitendes Einleben in die neuen Formen deutlich zu erkennen.

Durch die Beurlaubung des Prof. Dr. Gundel und die Erkrankung ſeines Vertreters Heß hat der Anterricht der V nicht unbeträchtlichen Schaden erlitten, durch den Anfall des Real⸗ lehrers Etz der Anterricht im Turnen und Spielen. Im übrigen erhielt der Turnunterricht eine ſtarke Förderung durch die von uns früher beantragte und nunmehr zum größten Teil durchge⸗ führte Neueinrichtung des Turnſaals. Die gänzlich veraltete Reckeinrichtung wurde durch vier neuzeitliche Hülſenrecke erſetzt. Die wagrechten Leitern wurden entfernt und für einen unbrauchbar gewordenen Barren ein Hülſenbarren angeſchafft, der nach Gebrauch an der Wand aufgehängt werden kann, wodurch viel Naum gewonnen wurde. Ferner wurde ein Turnpferd, zwei Turnböcke, zwei Felder der ſchwediſchen Sproſſenwand, zwei Lederturnmatten, Geräte für Körpermeſſungen neu angeſchafft. Die Koſten dieſer Gerätebeſchaffung hatte die Stadtverwaltung dankenswerter Weiſe bewilligt; der noch übrige Teil der zu ergänzenden Geräte wird hoffentlich auf unſeren Antrag hin im kommenden Schuljahr beſchafft werden. Die Turnhalle mit ihren Nebenräumen erhielt außerdem einen neuen Anſtrich.

Auf die Anregung mehrerer Schüler der Oberklaſſen wurde eine Schülermuſikkapelle an der Anſtalt gegründet. Das Geld zur Anſchaffung der Inſtrumente wurde zum größten Teil durch den Elternbeirat aus dem Sonderzuſchlag der Elternſchaft bewilligt, der Reſt wurde durch Schülerſpenden und die Kaſſe der Anſtalt beſtritten. Zur Kapelle gehörten die Schüler Kammer (Tenorhorn), Hillebrand(Bariton), Eger(Trompete), Schoenhals(Althorn), Bauſch(Althorn), Grieb(Piſton), Altendorf(Flügelhorn).