Jahrgang 
1930
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referendar Hornickel bis zu deſſen Abberufung entlaſtet werden. Am ſein Leiden durch eine gründ⸗ liche Kur auszuheilen, nahm er dann Anfang Januar wiederum Arlaub bis zum Anfang der Sommerferien 1930. Eine Vertretung wurde durch das Kultusminiſterium nicht bewilligt. So mußte der Anterricht von Studienrat Dr. Wolkewitz und den Referendaren übernommen werden.

Oberſtudienrat Profeſſor Oßwald war durch einen ſchweren Grippeanfall mehrere Wochen lang verhindert, ſeinen Dienſt zu tun.

Reallehrer Etz hat ſich am 11. Dezember bei einer Turnübung ſchwer verletzt. Er mußte in der chirurg. Klinik operiert werden. Am 6. Januar konnte er die Klinik wieder verlaſſen, ſeinen Dienſt aber erſt am 20. Januar wieder antreten. Er iſt jetzt noch in Nachbehandlung.

Studienreferendar Sauer mußte infolge einer ſchweren Magenerkrankung ſeinen Dienſt vom 17. Januar bis 17. März ausſetzen. Am 29. März brach Studienrat Schelhorn das Bein und konnte deshalb in der letzten Schulwoche ſeinen Dienſt nicht leiſten.

Fortbildung. Der Direktor nahm in den Pfingſtferien teil an der Tagung des Deutſchen Philologenverbandes in Wien, wobei Gelegenheit gegeben war, das Wiener Schul⸗ weſen kennen zu lernen, in den Herbſtferien an der Tagung der deutſchen Philologen und Schul⸗ männer in Salzburg.

An dem vom Zentralinſtitut für Erziehung und Anterricht und dem heſſ. Kultusminiſterium in Gemeinſchaft mit der Stadtverwaltung Gießen am 15. und 16. Januar veranſtalteten Lehrgang Auslanddeutſchtum und Schule nahmen mit ſämtlichen Lehrern und Lehrerinnen der höheren Schulen und Volksſchulen Gießens und der Amgegend auch die Mitglieder unſeres Lehrkörpers geſchloſſen teil. Es ſprachen anerkannte Autoritäten, Staatsminiſter a. D. Dr. Boelitz, Miniſterial⸗ rat Dr. Südhof, Legationsrat Dr. Böhme, Studienrat Dr. König. Schulrat Niemann führte Anterrichtsbeiſpiele mit zwei Klaſſen(Volksſchule, Oberrealſchule und Berufsſchule) vor. An dem öffentlichenAuslanddeutſchen Abend ſprachen der Leiter des Deutſchen Kultusamts in Groß⸗ rumänien Prof. Dr. Czaki und Gewerkſchaftsſekretär Furtwängler aus Berlin.

Reallehrer Etz beteiligte ſich am Turnkurs der Bayeriſchen Landesturnanſtalt zu München vom 14.27. Juli. Eine beabſichtigte Teilnahme am Schikurs der gleichen Anſtalt zu Füſſen wurde durch ſeine Verletzung unmöglich gemacht. Auch an der Tagung des heſſ. Turnlehrer⸗ vereins zu Gießen am 4. und 5. Februar nahm er teil, gelegentlich deren Dr. Bode⸗München über das Arbeitsprinzip der rhythmiſchen Gymnaſtik mit anſchließenden praktiſchen Vorführungen und Aniverſitätsprofeſſor Dr. Becher über die Entwicklung des Menſchen ſprach. Eine Beſich⸗ tigung des anatomiſchen Inſtituts ging dem letzten Vortrag voran.

Das Pädagogiſche Seminar. Studienreferendar Sauer wurde dem Pädag. Seminar an Oſtern überwieſen, an Herbſt die Studienreferendare Engel, Jochem, Schröder und Seiler. Damit wurde die Seminartätigkeit nach einer zweijährigen Anterbrechung wieder aufgenommen und neu geordnet. Die allgemeine theoretiſche Anterweiſung erfolgte durch den Direktor in wöchentlich 2 Stunden(4 Stunden, ſolange die Referendare des 2. Halbjahres geſondert vorgenommen werden mußten). Das altſprachliche und deutſche Fachſeminar leitete gleichfalls der Direktor (2 Stunden wöchentlich), das geſchichtliche Studienrat Dr. Appel(12 16 Stunden jährlich), das geographiſche Studienrat Prof. Dr. Bernbeck(12 Stunden jährlich), über Schulgeſundheitslehre hielt den Referendaren Studienrat Dr. Blank einige Vorträge(6 Stunden jährlich). Die prak⸗ tiſche Einführung in den Anterricht erfolgte in der üblichen Weiſe. Auf möglichſt enge Verbin⸗ dung der theoretiſchen Anterweiſung mit der praktiſchen Einführung wurde beſonderer Wert gelegt.