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vollständig an und bringen seiner Entwicklung das grösste Interesse entgegen. Infolge dieser UÜberzeugung können wir Ihnen auch von lerzen gratulieren und wir rufen Ihnen zu: Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium möge sich wie bisher weiter entwickeln, es möge blühen und auch fernerhin wirken zum Wohle unserer Jugend, zum Wohle unseres Volkes!“
Allen Rednern sprach der Unterzeichnete den Dank in den Worten aus:
„Und nun das Cratias! Wenn am Weihnachtsabend beim Klange der Glocken unter dem strahlenden Lichterbaume die Mitglieder und Freunde der Familie freudig bewegt einander ihre Gaben reichen, dann sprechen sie wohl nur mit einem warmen Händedruck oder einem schlichten Worte den Dank aus, der ihr Herz erfüllt. Und doch ist dieser stumme Händedruck beredter als alle tönenden Worte zu sagen vermögen.
So möchte auch ich zu jedem einzelnen von denen, die gestern und heute in Wort und Tat unserer Anstalt ihre herzliche Teilnahme an unserer Jubelfeier bezeugt haben, hin- treten und ihm zum Zeichen meines tiefgefühlten Dankes stumm die Hand drücken. In feierlicher Stunde wie dieser, wo in dem Ferzen alle die goldenen Glocken zu läuten an- fangen, da findet ja der Mund nicht leicht das rechte Wort, um alles das auszusprechen, was drinnen im Herzen zusammenklingt.
Nehmen Sie darum alle, insbesondere diejenigen von Ihnen, die Sie soeben als Ver- treter der hohen Staatsregierung, der Landesuniversität, der Stadt, der Schwesteranstalten von hier und auswärts in beredten inhaltreichen Worten Ihre Glückwünsche dem Landgraf- Ludwigs-Gymnasium dargebracht haben, mit einem schlichten Dankesworte fürlieb und seien Sie überzeugt, dass alles was Sie uns Liebes und Freundliches gesagt haben, einen starken Nachhall in unsern Herzen finden wird.
Wir alle, die wir eben die Schulgemeinde des Gyrnnſuſts bilden, Lehrer wie Schüler, wir sind uns bewusst, dass nicht wir es sind, die alle die Betätigungen des Wohl- wollens und die uns erwiesenen Ehrungen verdient haben. Wir haben nur geerntet, was tüchtige Männer vor uns in unverdrossener Arbeit mit Entsagung, Liebe und Geduld ge- sät haben. Aber diese festliche Stunde soll für uns eine Stunde des Gelöbnisses sein, in rastlosem Ringen es unsern Vorgängern im Amte gleichzutun, die Anerkennung, die dem Gymnasium heute gezollt wurde, und die ihm gewordene hohe Auszeichnung wirklich zu verdienen und an unserm bescheidenen Teile beizutragen zur Förderung der kulturellen Aufgaben unserer Zeit zum Wohle unseres weiteren und engeren Vaterlandes, allezeit und allewege dem Grundsatze getreu: non scholae, sed vitae.
Und dazu gebe Oott aus der Fülle seiner Gnade seinen reichen Segen!“
Mit dem gemeinsamen Gesange„Nun danket alle Gott“ endete die erhebende Feier.
Nachmittags von 3 Uhr ab versammelten sich die Festteilnenmer und deren Ange- hörige auf der Liebigshöhe. Wir greifen wohl nicht zu hoch, wenn wir ihre Zahl auf 900 bis 1000 schätzen. Bei dem prächtigsten Herbstwetter entwickelte sich bald im Freien und in den Sälen ein reges Leben und fröhliches Treiben. Herr Oberlehrer Fuchs, von dem die Veranstaltung mit Umsicht in die Wege geleitet worden war, hatte für ein ab- wechslungreiches Programm Sorge getragen. Musikalische, humoristische u. a. Vorträge folgten einander, unterbrochen von turnerischen Ubungen. Die Quartaner in schmucken weissen Anzügen führten unter dem Gesange von„Deutschland, Deutschland über alles“ einen Reigen auf, den llerr Dr. Bernbeck entworfen und mit grosser Sorgfalt mit seinen Schülern eingeübt hatte. Um 8 Uhr begann dann der Tanz, für die Jugend wohl der Hlöhe- punkt der Feier, und hielt einen grossen Teil der Gäste bis nach Mitternacht beisammen.


